Das Ergebnis fiel eindeutig aus: der parteilose Peter Gaffert bleibt Oberbürgermeister von Wernigerode. Seine Herausforderer Sabine Wetzel (Bündnis 90/Grüne) und der Pirat Michael Miede schafften es nicht, den Amtsinhaber abzulösen.

Wernigerode (wb/isi/mg) l Es war nicht lange spannend im Rathausfoyer. Schon als die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen über den Bildschirm flimmerten, war klar, dass die Wernigeröder den Wechsel nicht lieben. Oberbürgermeister Peter Gaffert lag von Anbeginn an deutlich über 50 Prozent, sein Sieg schon im ersten Wahlgang war nie gefährdet. Dennoch war dem parteilosen Amtsinhaber, der wie Herausforderer Michael Miede (Piraten) persönlich anwesend war, die Anspannung anzumerken. Sie löste sich erst, als auch die gut 1700 Stimmen aus der Briefwahl ausgezählt waren. Die hätten rein theoretisch das Ergebnis auf den Kopf stellen können.

Doch dazu kam es nicht. Lediglich das Wahllokal Burgbreite machte es noch einmal spannend. Es dauerte geraume Zeit, bis auch dieses letzte der insgesamt 23 Wahllokale sein Ergebnis verkündete. Als das kam und damit feststand, dass Gaffert mit 67,05 Prozent seine 56 Prozent aus dem Jahr 2008 deutlich übertroffen hatte, gab es kurzen Applaus, und schon nahm der 54-Jährige die ersten Glückwünsche entgegen.

Er sei "unheimlich erleichtert", sagte Gaffert und bekannte, sehr angespannt gewesen zu sein. "Doch die große Mehrzahl der Wernigeröder scheint meine Arbeit zu schätzen. Der Sieg fühlt sich dieses Mal ganz anders an als vor sieben Jahren." Jetzt gelte es, die begonnenen Projekte weiterzuführen. Das bedeute auch: "Den Ausbau des Winterbergs in Schierke werden wir voran treiben." Aber nicht nur das: "Wichtig ist Sachsen-Anhalts Förderprogramm für Kindertagesstätten und Schulen. Ebenso steht die Gestaltung des Ochsenteichgeländes oben auf der Agenda." Enttäuscht zeigte er sich "über populistische Äußerungen der anderen Kandidaten im Wahlkampf, etwa zum Streitthema Schierke."

Sabine Wetzel (Bündnis 90/Grüne), die am Wahlabend selbst nicht im Rathaus war, zeigte sich zufrieden mit ihrem Abschneiden. Die knapp 29Prozent Zustimmung für ihre Position zeigten, "dass viele Wernigeröder den Großprojekten in Schierke kritisch gegenüberstehen und sich um die Finanzen der Stadt sorgen." Sie werde in ihrer künftigen Stadtratsarbeit "diesen Menschen eine Stimme geben".

Ebenso wie Wetzel zeigte sich Michael Miede besorgt wegen der großen Zahl an Nichtwählern. Er selbst habe sich mehr Stimmen erhofft. Doch angesichts des geringen Wahlkampfbudgets sei nicht mehr zu erreichen gewesen. Miede kündigte an, weiter politisch aktiv bleiben zu wollen.

Peter Gaffert ist von der SPD ins Rennen geschickt worden. SPD-Mann Armin Willingmann gratulierte ihm zu einem Ergebnis, "das Gafferts Arbeit honoriert und die scheinbaren Probleme der vergangenen Wochen relativiert". Und weiter: "Mit Peter Gaffert als Oberbürgermeister können wir die Projekte, die wir begonnen haben, zu Ende führen. Das ist erfreulich für die Stadt." Die Christdemokraten werden die Politik des Oberbürgermeisters weiter positiv, aber auch kritisch begleiten, sagte die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Angela Gorr. Sie sei zum ersten Mal bei einer Stimmauszählung anwesend, ohne einen eigenen Kandidaten unterstützen zu können: "Das ist kein sehr schönes Erlebnis."

Ebenfalls ohne eigenen Kandidaten war die Linke. Für den Fraktionsvize im Stadrat Christian Härtel (Linke) war das Ergebnis zu erwarten. Er kündigte eine kritische und konstruktive Zusammenarbeit an. "Ich gehe davon aus, dass unsere Wähler die richtige Wahl getroffen haben. Das Ergebnis spiegelt das wider."