Gute Köche sind gefragt im Land. An der Sekundarschule Dardesheim wird einiges dafür getan, dass die Schüler kochen lernen - fürs spätere Leben oder auch für den Wunschberuf. Alljährlich gibt es hier einen Kochwettbewerb.

Dardesheim l Die Finalisten sind zwar erst 13 bis 15 Jahre alt, haben aber schon einige Kocherfahrung. Das schmeckte die Jury um Schulleiterin Helga Hirth heraus. Jährlich abwechselnd für die siebten/achten bzw. neunten/zehnten Klassen findet der Kochwettbewerb statt. "Damit hat jeder Jahrgang in seiner Schulzeit zweimal die Möglichkeit, am Wettbewerb teilzunehmen", erklärte Lehrerin Maren Reetz.

Diesmal nun waren die Jüngeren an der Reihe. Drei Tage lang dampfte es in der Hauswirtschaftsküche der Thomas-Mann-Schule. Erst ermittelten die drei siebten und vier achten Klassen ihre Besten, und am Freitag kam es zwischen der 7a und der 8d zum großen Finale. Das gewannen die Älteren mit geringem Vorsprung, wie die Jury nach dem Verkosten des Drei-Gänge-Menüs befand. Wobei nicht nur der Geschmack selbst, sondern auch die Arbeitsweise der Schüler am Herd bewertet wurde.

Es sind jeweils vier Schüler, die ihre Klassen vertreten. In der 7a wurden sie per Abstimmung von den Klassenkameraden gewählt. Welches Gericht auf sie in der Küche zukommen würde, wussten sie vorher nicht. Möhren-Kokossüppchen musste als Vorspeise kreiert werden, Tagliatelle mit Putenstreifen und Mascarponesoße stand als Hauptgang auf der Speisekarte und ein Obstsalat als Nachtisch. Die Ergebnisse waren unterschiedlich wie im Leben: "In einer Gaststätte schmeckt man ja auch, wenn der Koch gewechselt hat", sagte Ingo Stettin, der an der Schule Fachbereichsleiter auch für den Hauswirtschaftsunterricht ist.

Ein drei-Gänge-Menü war für die Schüler Neuland, berichtete Maren Reetz. Um das herzustellen, reicht im normalen Unterricht nicht die Zeit. Aber ihre Kochkünste besitzen die Schüler ohnehin überwiegend schon von zu Hause. Die meisten haben von der Oma oder den Eltern einiges gelernt. So wie Christina Schäftner oder Sven Kohlrusch. Stefan Klaus mag es zu Hause eigentlich lieber asiatisch. "Ich koche schon seit der ersten Klasse", berichtete Leonie Zwenzer. "Es macht mir Spaß."

Dass Max Söllig später als Koch arbeiten möchte, ist kein Wunder. Er ist daheim in der Osterwiecker "Fallsteinklause" quasi in der Küche aufgewachsen. Diesen Wunschberuf Koch hat auch Michell Drever. Er wohnt im Anderbecker Kinderheim, kocht ein- bis zweimal in der Woche für seine Wohngruppe. Und dass er es ernst meint mit seinem Berufsziel, zeigten zwei Praktika, die er während der Ferien in zwei angesehenen Halberstädter Restaurants absolviert hat.

In den Anfangsjahren hatten sich die Dardesheimer auch an den überregionalen Schülerkochwettbewerben um den Erdgaspokal beteiligt, sich davon dann aber verabschiedet. Der Leistungsunterschied besonders zu den Wernigerödern sei zu groß, erklärte Helga Hirth. "Das ist eine andere Liga." Die Wernigeröder Schüler würden ein Hobby ausleben, so wie andere Fußballspielen. Die Dardesheimer hätten dagegen nur den Hauswirtschaftsunterricht.

   

Bilder