Osterode l Die Zusammenkunft einiger Bürger, die hauptsächlich aus Osterode kamen, fand am Springbach an einer Kreuzung von Wirtschaftswegen statt. "Einige dieser Wege sind erst im Herbst 2014 gebaut worden", informierte der stellvertretende Ortsbürgermeister Rolf Klockmann (Feuerwehr Osterode). Er dankte in seiner kurzen Rede allen Beteiligten, die sich vor 25 Jahren für die Öffnung der Grenze in Richtung Hornburg/Seinstedt eingesetzt hatten.

Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) betonte im Beisein einiger junger Besucher: "Kinder, passt auf, dass wir nie wieder eine Grenze haben. Gut, dass wir zusammengewachsen sind. Wir wollen mit Hornburg und den anderen Orten eine gute Nachbarschaft pflegen." Dabei wies die ehemalige Lehrerin auf den neuen Fahrradweg hin, der von Hornburg nach Osterode führt. "Finanziert wurden dieser und weitere Wirtschaftswege durch die EU und Bewirtschafter der umliegenden Äcker und Wiesen", informierte der Hornburger Landwirt Hartmut Bartels.

Organisiert worden war das Treffen unter Federführung von Carmen Neuhaus. Bei Gegrilltem und Getränken wurden in der freien Natur viele Gespräche geführt. Besonders die älteren Teilnehmer erinnerten sich noch an die aufregenden Ereignisse vor 25 Jahren.

Die Grenzöffnung am 8. April 1990 erlebten neben den Osterödern auch zahlreiche Einwohner aus Veltheim, Hornburg, Seinstedt und Umgebung anwesend. Darunter befanden sich auf Wolfenbütteler Seite Landrat Ernst-Henning Jahn, sein Stellvertreter Eberhard Lüttgau und der Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Mühe. Von Halberstädter Seite erschienen der stellvertretende Vorsitzende des Rates des Kreises, Karl-Heinz Schönfeld, und Klaus-Dieter Böhnstedt, Bürgermeister der Gemeinde Veltheim. Alle begrüßten die Öffnung dieses Grenzübergangs noch vor dem Osterfest 1990 und wünschten einen baldigen Ausbau der Straße.

Anschließend fand in der Konsumgaststätte am Dorfrand in Richtung Veltheim eine fröhliche Feier statt. Böhnstedt erhielt vor 25 Jahren von Pastor Dietmar Bornhak aus Hedeper ein hölzernes Kreuz, das die Menschen über die Grenzen hinweg verbinden sollte. Jahn hoffte, dass es bald nur noch ein Deutschland geben möge.

Von Osterode gab es in Richtung Hornburg zunächst nur einen Fuß- und Fahrradweg. In der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) Holz in Osterode wurde ein Häuschen für den Grenzkontrollposten gebaut und am Osterberg aufgestellt. "Die Kontrollen wurden zu diesem Zeitpunkt locker gehandhabt", berichtete der heutige Ortsbürgermeister Friedrich Neuhaus (Feuerwehr Osterode). Die Landstraße in Richtung Hornburg wurde im Herbst 1991 komplett ausgebaut und Anfang Januar 1992 freigegeben.

Vor dieser offiziellen Grenzöffnung hatte der Zaun am 6. Januar 1990 schon mal für wenige Stunden ein Loch. Heidrun Sandvoß und Petra Lühr aus Seinstedt trugen damals ein großes beschriftetes Tuch mit dem Text: "Wir möchten hier nach Osterode."

Der Veltheimer Chronist Rolf Maximilian erinnerte sich: "Fast 200 Menschen forderten im Januar 1990 an dieser Stelle eine Grenzöffnung." "Viele Einwohner, hauptsächlich aus Seinstedt, Achim und Hornburg, gingen auf dem Acker entlang zur Grenze. Sie fuhren mit ihren Autos, so weit wie sie konnten und holten uns ab", teilte Roland Hedke, der damals in Osterode wohnte, mit.

"Der Druck wurde immer stärker. Hauptsächlich sind es jüngere Männer aus Osterode gewesen, die eine Grenzöffnung forderten", hatte schon vor längerer Zeit Lisa am Ende, die 1990 als Sachbearbeiterin bei der Gemeinde Veltheim arbeitete, berichtet. Sie erinnerte daran, dass vor der Teilung Deutschlands gute Kontakte nach Hedeper, Seinstedt und Hornburg bestanden hätten.

Der gemeinsame Gemeinderat Veltheim/Osterode verlangte ebenfalls eine baldige Grenzöffnung in Richtung Seinstedt/Hornburg. Ebenso Vertreter der evangelischen Kirche aus Osterode und Veltheim. Am 8. April 1990 um 14 Uhr war es soweit.

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