Schwanebeck l Bei seinen Wanderungen durch die Umgebung von Schwanebeck hat der Stadtrat Uwe Hoffmann schon so manche Stelle in der Natur entdeckt, die mit Haushaltsmüll und Bauschutt verschandelt war. "Die Krönung erwartet mich aber immer wieder in der Nähe der alten Zementfabrik", sagt er beim Vor-Ort-Termin. "Gleich gegenüber dem hier entstehenden Biotop auf dem ehemaligen Fabrikgelände ist eine illegale Müllkippe entstanden." Seit Jahren entsorgen Unbekannte dort alles was der Haushalt so hergibt. Hoffmann hat schon viele Fotos von den hier herrschenden Verhältnissen gemacht und über das Internet verbreitet. "Es kann doch nicht angehen, dass die Landschaft so verschandelt wird", schimpft der Stadtrat. "Ich hoffe nur, dass einmal jemand erwischt und dann gehörig zur Verantwortung gezogen wird."

Hoffmann steigt auf den Schuttbergen umher und entdeckt eine alte Schaukel. "Das verstehe ich mal gar nicht", brummt er. "Das Metall hätte man doch abgeben können und würde sogar noch Geld dafür bekommen." Verständnislos zuckt er mit den Schultern und beäugt alte Farbeimer. Dann fällt sein Blick auf einen Teppich, gleich daneben befindet sich ein Haufen leerer Flaschen. "Das ist auch wieder so eine Sache", sagt er. "Den Teppich kann ich kostenlos von zu Hause abholen lassen und die Flaschen hätte man in einen entsprechenden Container entsorgen können. Kurioserweise muss der Verursacher auf dem Weg hierher an eben diesen Flaschencontainern vorbeigekommen sein." Hoffmann stellt fest, dass sogar etwas Müll fehlt. "Den muss jemand abgeholt haben, es sah hier schon viel schlimmer aus."

Der Stadtrat berichtet von weiteren Stellen, an denen in der Vergangenheit Bauschutt abgelagert worden ist. "Einmal habe ich der Verwaltung den Fund von acht Autoreifen in der Steinbrücke gemeldet", sagt er. "Die wurden gleich am nächsten Tag dort abgeholt. Das kann aber nicht die Norm sein, schließlich zahlen wir alle mit unseren Gebühren für diese Einsätze."

Das bestätigt Nicole Marx, stellvertretende Sachgebietsleiterin im Umweltamt des Landkreises Harz. "Solche Fälle können bei uns gemeldet werden", sagt sie. "Müll in der freien Landschaft sammelt dann die Entsorgungswirtschaft des Landkreises ein." Eigentümer von illegal vermülltem Privatgelände werden ebenfalls nicht im Stich gelassen. "Ist das Gelände zugänglich, dann erfolgt auch hier die Entsorgung. Die Kosten trägt quasi der Gebührenzahler." Sollte ein Verschmutzer auf frischer Tat ertappt werden, dann drohe ihm ein Bußgeld, das im speziellen Fall bis zu 100000 Euro betragen könne.

 

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