Halberstadt l Aufgerissene Gräben entlang des Fußweges, Bauzäune, Bagger. Monteure wuseln zwischen und in den Gräben hin und her. Die Türen an der neuen Trafostation am Haupteingang des Friedensstadions stehen offen. Auf der straßenzugewandten Seite bieten sie einen Blick auf die Technik und den großen Trafo, der die Stromspannung von 10 Kilovolt auf 230 Volt herunterregelt. Mehr Spannung als die haushaltsübliche ist nicht vonnöten, um künftig die vier je 36 Meter hohen Lichtmasten mit "Saft" zu versorgen. Allerdings liegt die Stromstärke bei satten 630 Ampere, sagt beiläufig Klaus Liebelt. Der Mitarbeiter der Halberstadtwerke ist mit seinen Kollegen dabei, die letzten Handgriffe an der Trafostation vorzunehmen.

Projektleiter Martin Klapötke wirft einen Blick auf das Geschehen auf der Baustelle. Die Kabel sind von der Hauptleitung hinter dem SeaLand zur Trafostation gezogen worden, berichtet Klapötke. Rund 40 Meter, schätzt er, sind die Kabelgräben lang, die dafür von Mitarbeitern der GEA Energieanlagen GmbH gezogen werden mussten. Der 630-Kilowatt-Trafo wurde extra angefertigt und ist von zwei Seiten zugänglich. Zum einen kommen die Monteure der Stadtwerke an das Herz der Anlage heran, von der Stadionseite her könne der Kunde die Steuerung der Anlage vornehmen.

Kunde in diesem Fall ist die Nosa GmbH. Der Stadtkonzern hatte im vergangenen Jahr den entsprechenden Auftrag ausgelöst, berichtet Geschäftsführer Frank Dannhauer. "Wir haben bewusst den Winter dafür gewählt, um im Frühjahr mit den Arbeiten weitermachen zu können."

Rund 1,2 Millionen Euro kosten der Bau von Kunstrasenplatz und großer Flutlichtanlage. Von der Summe zahlt das Land Sachsen-Anhalt 500 000 Euro. Dannhauers Geschäftsführerkollege Christian Mokosch erklärt, dass die neue Trafostation nicht nur die neue Flutlichtanlage versorgen wird, sondern auch die zwei vorhandenen, nicht so leistungsstarken Flutlichtanlagen für die Nebenplätze sowie Stadion- und Nebengebäude. "Wir waren mit der alten Trafostation am Limit, da bot sich an, mit dem Aufbau der großen Lichtmasten auch die Stromversorgung zu modernisieren."

Mokosch hofft, dass die Halberstädter die Umbauten honorieren, indem sie die neue Anlage gut nutzen werden. "Das Geld investieren wir ja nicht nur für die Fußballer, die das vielleicht viermal im Jahr brauchen. Ich sehe vor allem auch die Leichtathleten als Nutznießer, die Abendsportfeste veranstalten können."

In den ersten beiden Maiwochen sollen die Lichtmasten gesetzt werden.