Vogelsdorf l "Unser Fim wird etwa so lang werden, wie ein Apfelkuchen backt", sagt Beatrice Schmidt vom Marientheater Vogelsdorf und verspricht, dass jeder, der mitmachen möchte, auch im Film zu sehen sein wird. Zum Rollenverteilungstermin sind zwar nur eine Handvoll Interessierter erschienen, das läge jedoch am ungünstigen Termin und sei keinesfalls Desinteresse, sind sich die Anwesenden einig.

Die Vogelsdorfer Theatermimen haben sich in diesem Jahr ein Filmprojekt vorgenommen, mit dem sie auf ihren kleinen Ort und das geplante Kirchplatzprojekt aufmerksam machen wollen. Der Film mit dem Titel "Maggi oder Sojasoße" wird zwar alles haben, was einen echten Film ausmacht, allerdings soll er keinen Cent kosten. "Wir haben kein Budget", betont Beatrice Schmidt.

Die Besetzungsliste ist lang, die Rollenverteilung geht zügig voran. Da gibt es Rollen mit viel Text und welche, da muss man einfach nur dasein. Manche der Rollen klingen auch richtig schräg, zum Beispiel wird eine Reihe von Frauen mit wütend, hysterisch oder schlampig bezeichnet. "Sogar der Pfarrer spielt mit", sagt Beatrice Schmidt. Dass der seriöse Pfarrer Andreas Knorr quasi sich selbst, also einen Pfarrer spielt, liege auf der Hand.

"Wir sind variabel und erweiterbar", sagt Beatrice Schmidt. Es ist das vorläufig letzte Mal, dass die Vogelsdorferin beim Film den Ton angibt. Die Verantwortung für das gesamte Projekt hat Claudia Erben übernommen. Weil die 21-jährige angehende Lehrerin allerdings in Magdeburg studiert, kann sie beim Besetzungstermin mitten in der Woche nicht dabeisein.

Überhaupt werden die Dreharbeiten vorwiegend an den Wochenenden stattfinden. "Wir werden einen genauen Plan erstellen und Szene für Szene auflisten, damit für die Akteure nicht so viel Leerlauf entsteht", verspricht Beatrice Schmidt. Und weil ein echter Film nicht ohne Filmmusik auskommt, wird sich Jonas Erben ans Klavier setzen und komponieren. Sogar eine richtige Fernsehkamera haben die Vogelsdorfer aufgetrieben. Hinter dieser wird Lisa Merten stehen, die, bevor der Filmspaß losgehen wird, mal eben noch schnell ihr Abitur machen will. Die Arbeit mit der Kamera und der Schnitt sind jedoch nicht die einzigen Aufgaben von Lisa, vor der Kamera wird sie eine verwirrte Frau mimen.

Männer sind Mangelware beim Besetzungstermin, doch das verwundert die anwendenden Frauen nicht wirklich. Sie kennen ihre Männer und verteilen kurzerhand in Abwesenheit die passenden Rollen. So wird wahrscheinlich aus anfänglich zwei geplanten Anglern möglicherwiese eine ganze Mannschaft. "Auch gut", sagt Beatrice Schmidt lachend.

Der erste Drehtag wird am Sonnabend, 9. Mai, am Nachmittag sein. Das Frühlingskonzert in der St.-Nicolai-Kirche mit anschließendem Kaffee und Beisammensein auf dem Kirchplatz scheint ideal für diese Szenen. Wir brauchen "Menschenmaterial", so Beatrice Schmidt. Vor allem Kinder seien an diesem Tag gefragt.

Das einzige Kind, das bisher selbst den Weg auf die Besetzungsliste gefunden hat, ist Alicia Reilein aus Dedeleben. Sie freut sich auf verschiedene Auftritte, zum Beispiel als Mitglied der "Kinderbande". Dass Alicia nicht allein bleiben wird, sei sicher, wissen die Frauen. Der Vogelsdorfer Nachwuchs muss anscheinend, genau wie die Männer, nur ein wenig zum Glück gezwungen werden.