Ballenstedt/Halberstadt (dl) l Beim verheerenden Feuer in der Schlosskapelle in Ballenstedt hält die Polizei Brandstiftung für möglich. Wie Reviersprecher Uwe Becker am Montag mitteilte, sind bei weitergehenden kriminaltechnischen Untersuchungen vor Ort Einbruchsspuren am Fenster eines Anbaus der Kapelle entdeckt worden. "Wir schließen daher Brandstiftung - möglicherweise um so Spuren zu verwischen - nicht aus", so der Polizeihauptkommissar.

Bei dem Feuer in der Nacht zum Sonnabend waren in dem Gotteshaus massive Schäden entstanden (die Volksstimme berichtete). Die bereits beim Brand von Wehrleuten geäußerte Vermutung, wonach das Feuer in einem Anbau ausbrach, wurden nun von den Brandermittlern bestätigt. "Das Feuer brach in jenem Anbau, an dessen Fenster Einbruchsspuren entdeckt wurden, aus", so Uwe Becker. Anschließend griffen die Flammen über ein weiteres Fenster auf die eigentliche Schlosskapelle über. Dort richteten sie insbesondere im Dachstuhl große Schäden an. Laut Polizei ist der Dachbereich zumindest teilweise einsturzgefährdet. Obendrein wurden vom Löschwasser Gestühl und Teile im Andachtraum schwer beschädigt.

Die genaue Schadenshöhe ist bislang unklar - die Polizei schätzte den Gesamtschaden am Wochenende auf mehrere zehntausend Euro. In der Nacht zum Sonnabend kämpften 74 Kameraden von sieben Feuerwehren gegen die Flammen.