Halberstadt l Am gestrigen Mittwoch vor genau 70 Jahren ist die Künstlerin Käthe Kollwitz gestorben. Anlass für die AG Senioren der Halberstädter Linken, den nach der Grafikerin und Malerin benannten Platz in Halberstadt von Müll und Dreck zu befreien und mit frischen Blumen zu bepflanzen.

Linken-Stadtrat Hans-Jürgen Scholz hat die Aktion initiiert. In jedem Frühjahr finde der Grünflächen-Putz statt. Das sei nötig, denn die Stadt habe sich aus Kostengründen aus der Grünflächenpflege weitestgehend zurückgezogen. Durch den Todestag von Käthe Kollwitz finde die Aktion in diesem Jahr an einem Werktag statt. "Als Linker" fühle er sich natürlich mit der Künstlerin verbunden, sagt Scholz. Die Künstlerin, die einst selbst im damaligen Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg lebte, hat sich sehr für einfache und arme Menschen eingesetzt und sich seit dem Tod ihres Sohnes im Ersten Weltkrieg pazifistisch engagiert.

Frische Rosen für das Rondell

Mit einer spontanen Sammlung haben die Senioren genug Geld eingenommen, um auf dem Rondell in der Mitte des Platzes neue Blumen zu pflanzen. Zu diesem Zweck hatte die Stala bereits Rosenstöcke gesetzt.

Ärger bereiten den Linken-Senioren vor allem Schüler des benachbarten Gymnasiums. Diese nutzten den Platz gern als verlängerten Pausenhof und würden dabei jede Menge Müll hinterlassen, so Hans-Jürgen Scholz. "Wenigstens aus Anlass des Todestages hätten wir uns etwas Engagement der Schule gewünscht", ergänzt Richard Kabelitz.

Für den Juni planen die Senioren einen weiteren Einsatz.