Oliver Junk ist neuer Chef des Harzklub-Hauptvereins. Einstimmig haben ihn die Delegierten bei der Jahresversammlung in Hahnenklee-Bockswiese gewählt. Sein Vorgänger Michael Ermrich ist mit vielen Worten des Dankes verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden gekürt werden.

Hahnenklee-Bockswiese l 266 Delegierte aus 73 Harzklub-Zweigvereinen waren am Sonnabend der Einladung zur Hauptversammlung nach Hahnenklee-Bockswiese gefolgt. Im Hotel "Harzhöhe" ging es diesmal um mehr als nur eine Bilanz.

Mit dem Rückzug von Michael Ermrich als Hauptvorsitzendem des größten deutschen Heimat-, Wander- und Naturschutzbundes ging eine 20 Jahre währende Ära zu Ende. Das würdigten gleich mehrere Ehrengäste in ihren Grußworten. So unter anderem Carola Schmidt als Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes und Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes.

Ermrich selbst absolvierte sichtlich gut gelaunt seinen finalen Auftritt als Chef der Vereinigung. Er wolle nicht pathetisch werden, betonte der 61-Jährige. Aber: "Es ging mir immer darum, einen Beitrag zur Entwicklung unserer Region zu leisten." Deshalb habe er das Amt seinerzeit gern übernommen. Wichtig sei es ihm gewesen, nach dem Fall der innerdeutschen Grenze die Zweigvereine wieder zusammenzuführen. 2015 werde das Jubiläum 25 Jahre Deutsche Einheit gefeiert. Michael Ermrich: "Ich denke, aus diesem Anlass sollten wir einen Akzent setzen für die Wanderbewegung."

Er schloss mit den Worten: "Das ist meine letzte Rede heute. Ab jetzt sitze ich mit in der Runde." Mit stehendem Applaus würdigten die Delegierten ihren scheidenden Hauptvorsitzenden.

Dessen Nachfolger stand mit Oliver Junk bereits seit Wochen fest. Goslars Oberbürgermeister (CDU) blieb auch der einzige Kandidat. Der 41-Jährige betonte, es sei für ihn eine große Ehre, gefragt worden zu sein, ob er dieses Amt übernehmen wolle. Es handele sich schließlich nicht um irgendeinen Verein, sondern "der Harzklub ist das Gedächtnis und Sie, liebe Freunde, sind die Seele des Harzes".

Junk setzte sich in seiner Bewerbungsrede ausführlich mit der Definition des Begriffs Heimat auseinander. Die Liebe zu ihr sei mitnichten nur "für Ewiggestrige und etwas verstaubtes". Im Gegenteil: Regionale Mundarten und Bräuche würden wieder offen gepflegt. Die Kunst sei somit ein verlässlicher Seismograph für gesellschaftliche Veränderungen. Und: "Daheim ist da, wo man sich verstanden fühlt."

Der designierte Harzklubchef erklärte zudem, sein Ziel sei es keineswegs, die Zahl der Mitglieder von rund 13 000 wieder auf 15 000 zu erhöhen oder das aus jetzt 88 Zweigvereinen erneut 90 werden. Oliver Junk: "Ich möchte, dass noch mehr Menschen Verantwortung für diese Region übernehmen." Der Harzklub solle "echter, authentischer, erlebbarer, anfassbarer werden", als er es jetzt schon ist. Es gehe nicht darum, ein Faltblatt zum dritten Mal zu überarbeiten. Der 41-Jährige: "Vielleicht ist gemeinsam \'harzen` sogar etwa sexy."

Oliver Junk wurde einstimmig zum neuen Harzklub-Hauptvorsitzenden gewählt. Der heißt ab sofort übrigens Präsident. Warum? Das lesen Sie demnächst.