Badersleben l Am Ende gab es beim Stammtisch im ehemaligen Deutschen Haus in Badersleben wenig Neues. Doch auch bekannte Probleme sind nicht automatisch damit erledigt, dass sie ausgesprochen sind.

"Wir sind hier in Badersleben noch in der glücklichen Lage, Handwerk und Gewerbe zu haben", stellte Ortsbürgermeister Olaf Beder (CDU) zur Eröffnung der reinen Männerrunde fest. Doch im Laufe des Abends wurde deutlich, dass die Situation der Selbständigen nicht eben rosig aussieht.

Als Gäste begrüßte Beder den Geschäftsführer der Handwerkskammer Wulfhard Böker und den Kandidaten für die nächste Landtagswahl, Daniel Szarata (CDU). Böker ergriff sogleich das Wort. Er kennt die wichtigsten Sorgenkinder der Handwerker und Gewerbetreibenden genau und nannte sie beim Namen: Schwarzarbeit, Mindestlohn und Fachkräftemangel. Auch die Ängste vieler Handwerker um die Zukunft ihrer Betriebe, weil sie keine Nachfolger haben, seien bekannt. In der Diskussion wurde der Ruf nach einer Veränderung des Schulsystems laut. Und vor allem die mangelnde Praxisnähe der beschlossenen Gesetze wurde kritisiert.

Insgesamt war sich die Runde einig, dass es viele Ursachen für die schwierige Situation der kleinen Handwerker und Unternehmer gebe. Dringend müssten die Rahmenbedingungen verändert werden, so in Bezug auf den Mindestlohn, das Schulsystem und die Vergabe von öffentlichen Aufträgen.

Die Ursache vieler ihrer dringendsten Probleme sehen die Unternehmer und Gewerbetreibenden in politischen Entscheidungen.

Mit dem Landtagskandidaten Daniel Szarata (CDU), der seit zehn Jahren im Halberstädter Stadtrat aktiv ist, war ein Vertreter der Politik nach Badersleben gekommen, der sich für die angesprochenen Probleme interessiert. Er habe zwar keine Lösung parat, fragte aber nach und kam mit den Unternehmern ins Gespräch. Er versprach, das Gehörte mitzunehmen und vor allem, wiederzukommen.

Steuerberater Bernd Fuhrmeister appellierte an die Unternehmer, selbst aktiver zu werden. "Auch wenn es nur kleine Dinge sind, die wir `von unten aus` beeinflussen können. Warum kommt denn keiner von euch zu den Sitzungen des Gemeinderates und mischt sich in Sachen ein, die dort entschieden werden?"