Einen Weiterführung des Radwegs von Kloster Gröningen nach Nienhagen ist in den Schwanebecker Ortsteil ist wohl auch auf längere Zeit finanziell nicht machbar für den Landkreis Harz. Schwanebecks stellvertretender Bürgermeister, Benno Liebner (Freie Wähler Nienhagen), schlägt daher eine kostengünstigere Variante vor.

Nienhagen l Gute dreihundert Meter fehlen noch an einem Radweg, der Kloster Gröningen und Nienhagen verbinden könnte. Im letzte Jahr hat der Landkreis Börde den Weg bis an den Rand des Landkreises Harz fertigstellen lassen (Volksstimme berichtete).

"Wir würden natürlich alle ganz gern sehen, das der Weg bis in den Schwanebecker Ortsteil Nienhagen reicht", bringt Benno Liebner, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt beim Volksstimnme-Vor-Ort-Termin vor. "Den Gedanken hat schon im letzten Jahr meine Amtskollegin Simone Schuldt (parteilos) im Stadtrat vorgestellt, außerdem hat eine Bürgerinitiative eine Unterschriftensammlung dazu durchgeführt."

Das war Grund genug für Liebner und den Stadtrat Lutz Gnade, für einem Arbeitsgespräch mit Landrat Martin Skiebe (CDU). "Schon im Vorfeld war uns beiden klar, dass ein Wegebau ein schwieriges Unterfangen wird", erläutert Liebner weiter. "Der Landrat hat uns dies noch einmal bestätigt. In den nächsten Jahren sind wohl keine Mittel dafür vorhanden." Auch Fördergelder vom Land Sachsen-Anhalt seien erst einmal nicht zu erwarten.

Der stellvertretende Bürgermeister hat sich inzwischen Gedanken zur Lösung des Problems gemacht. "Ich bin als selbständiger Fahrschullehrer viel in der Region unterwegs und habe mir andere Lösungsvarianten angeschaut", meint er. "So lange wir nicht bauen können, bietet sich erst einmal eine sogenannte fahrbahnbegleitende Variante an, die wäre finanziell auch nicht sonderlich teuer."

Radler leben in den Kurven vor Nienhagen gefährlich

Gerade im Kurvenbereich kurz vor Nienhagen hätten es Radfahrer oft nicht einfach. "Sie müssen auf die Fahrbahn ausweichen und dann hoffen, dass Pkw- und speziell Lkw-Fahrer ein wachsames Auge haben", berichtet er weiter. "Ich habe selber schon mehrfach unachtsame Verkehrsteilnehmer beobachtet, die haarscharf an Radlern vorbeigezogen sind."

Liebner schlägt daher vor, entsprechende farbige Markierungen auf der Fahrbahn aufzubringen, die Radler und motorisierte Verkehrsteilnehmer optisch wahrnehmen könnten. "Das wäre schon eine gute Sache", findet er. "Außerdem wäre ein Verkehrsschild mit dem Hinweis auf Radfahrer auch nicht verkehrt."

Eine Einengung der Fahrbahn für den allgemeinen Verkehr befürchtet er nicht. "Das ist doch ganz einfach", bringt er vor. "Wenn da ein Radler unterwegs ist, dann ist er zu beachten. Ist niemand auf dem Radbereich unterwegs, dann kann ich ihn als Straße nutzen. Die Aufmerksamkeit ist generell aber sehr viel höher."

In der Region gebe es etliche Fallbeispiele, wo diese Variante ganz prima funktioniere. "Ich werde den Gedanken bei nächster Gelegenheit im Stadtrat vorstellen, dann können wir das einmal ausführlich ausdiskutieren", setzt Liebner hinzu. So lange der Bau eines Radwegs nicht machbar sei, wäre die fahrbahnbegleitende Variante erst einmal eine Lösung. "Das soll nicht heißen, dass wir dann generell auf das Projekt verzichten wollen", stellt er noch einmal klar. "Eine Lösung, mit der man erst einmal leben könnte, wäre es aber allemal."