Benneckenstein l Zeitgenössisches Ballett, Hochkultur in einer Garage im Oberharz, ob das man gut geht ..."

So oder so ähnlich hatten etliche Besucher doch etwas geargwöhnt, als der Verein "Kulturrevier Harz" das Ballett-Ereignis für die kleine Oberharzstadt ankündigte. Die Mitstreiter um den Vorsitzenden Janek Liebetruth sowie Vizechefin (und Linke-Landtagsabgeordnete) Evelyn Edler legten sich jedoch sehr ins Zeug und stießen auf viel Zuspruch.

So fanden die Gelsenkirchener Künstler vom "Ballett im Revier" um Direktorin Bridget Breiner und Manager Florian König mit etlichen ihrer Stücke den Weg in den Oberharz. Was die rund 130 Gäste allein am Sonnabend dann erlebten, begeisterte sie durchweg. Schon vom Platz, der Location, her.

Dank der Unterstützung der Harzer Verkehrsbetriebe war aus dem Busdepot ein Balletthaus geworden, mit Bühne zwischen zwei Bussen, Tribüne und spiegelnden Tor-Fenstern, die für ein besonderes Ambiente sorgten. Vor dieser Kulisse bot das Ensemble einen Querschnitt zeitgenössischen Balletts samt Klassik-Wurzeln.

Eine Verarbeitung des Grimmschen Märchens "Aschenputtel" war ebenso zu erleben wie eine konzentrierte Fassung von Shakespeares "Othello". Überschwengliche Freude wurde tänzerisch genauso dargestellt wie Liebe, Eifersucht, Hader mit sich selbst, teils ohne Musik vor dem mucksmäuschenstillen Publikum. Sogar Skateboards fuhren über die Bühne, und zu einem plattdeutschen Text wurde getanzt, wenn auch nicht im Harzer Platt. Das Publikum zeigte sich durchweg begeistert, die Bravo-Rufe wurden zum Ende hin immer mehr und gingen in einen langen Applaus für alle Beteiligten über, die mehrfach auf die Bühne mussten.

Zuvor hatte Liebetruth allen Helfern und den Sponsoren - vorneweg die Gewerbetreibenden Frank Toepel und Hans-Dieter Otto - unter Beifall herzlich Danke für ihre Unterstützung gesagt.

Als Nächstes plant der Verein nun ein "Festival der darstellenden Künste", vom 7. bis 17. August, in Benneckenstein.

   

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