Seit gut zehn Jahren existiert der Förderverein Dom und Domschatz zu Halberstadt. Sichtbarstes Zeichen seines Wirkens sind die Wiedererrichtung des Dachreiters und die Sanierung der Steinepitaphe im Kreuzgang. Nun soll das nächste große Projekt gestemmt werden.

Von Sabine Scholz

Halberstadt l Einen ungewöhnlichen Beginn ihrer Dienstberatung erlebten in der vergangenen Woche die Chefärzte und Abteilungsleiter im Ameos-Klinikum Halberstadt. Sie hatten einen Gast, der in seiner Zivilkleidung bei den vielen weißen Kitteln auffiel. Gunter Elzner, Vorsitzender des Domvereins, war der Einladung von Klaus Begall ins Krankenhaus gefolgt.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums hatte unter seinen Kollegen um Geld gebeten. Geld, das der Arbeit des Domvereins zugute kommen soll. "Wir sind ein Krankenhaus, das in der Region verankert ist, und wir haben uns überlegt, wie wir Projekte unterstützen können, die von den Bürgern dieser Region getragen werden", sagte Begall. Am Dom in Halberstadt komme niemand vorbei und der Domverein habe bereits eine "segensreiche Arbeit", geleistet, die man gerne weiter fördern wolle, so Begall. 1500 Euro sind von Chefärzten, Abteilungsleitern und Kranhausleitung gespendet worden. Eine Summe, die ein sichtlich erfreuter Gunter Elzner in Empfang nahm.

"Ich bin richtig überrascht", sagte Elzner, "das Geld kommt uns gut zupass". Zum einen seien noch ein paar Rechnungen des jüngsten Großprojektes offen, dem sich der Verein in den vergangenen Jahren gewidmet habe. 24 steinerne Epitaphe, die mehr als zehn Jahre lang in einem grauen Holzverschlag mitten im Kreuzganggarten gelagert waren, sind nun wieder restauriert und in den unteren Kreuzgang zurückgekehrt. Damit habe der Dom seinen schönen Kreuzgarten wieder und den Touristen, Halberstädtern und Mitarbeitern der Domschatzverwaltung biete sich ein angenehmerer Anblick, weil die "graue E-Box endlich weg ist."

Rund 80 000 Euro an Spenden habe der Verein dafür bei den Halberstädter Bürgern und Firmen sowie bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eingeworben. Und das, nachdem bereits für die Wiederrichtung des Dachreiters mehr als 70 000 Euro gesammelt worden waren. "Dazu kommen viele weitere, im Vergleich kleinere Vorhaben, die wir unterstützt haben. Insgesamt haben wir rund 300 000 Euro an Spenden in den vergangenen zehn Jahren für den Dom einwerben können", berichtete Elzner den Ärzten. Als Dankeschön für deren Spendenbereitschaft bot er einen Besuch im Dachreiter an. Eine Einladung, die dankend angenommen wurde.

Gunter Elzner gab einen Ausblick auf neue Ziele des Vereins. Dieser sei gebeten worden, sich bei der Restaurierung der großen Triumphkreuzgruppe zu engagieren. "Wir haben erstmal geschluckt. Immerhin brauchen wir wieder 70 000 bis 90 000 Euro an Spenden", sagte Ezner. Aber die Erfahrung zeige, dass sich oft unerwartete Möglichkeiten auftäten. Dass er bei der Ärzteschaft des Ameos-Klinikums "abfischen" könne, hätte er nicht erwartet.