Die Lagerhalle in Elbingerode, die am Montagnachmittag in Flammen aufgegangen war, ist laut Polizei wahrscheinlich von Brandstiftern angezündet worden. Erst am Dienstagnachmittag ist das Feuer vollständig gelöscht worden.

Elbingerode l Die Lagerhalle, die am Montagnachmittag einem Großbrand zum Opfer gefallen war, ist aller Wahrscheinlichkeit nach vorsätzlich angezündet worden. "Wir gehen nachderzeitigem Ermittlungsstand von Brandstiftung aus", sagte Polizeisprecher Peter Wöde am Dienstagnachmittag. Zuvor hatte ein Spezialist der Kriminalpolizei mehrere Stunden lang den Schauplatz des Großfeuers untersucht - obwohl der im wahrsten Sinne des Wortes noch "heiß" war.

Erst gegen 14.30 Uhr am Dienstag gelang es den Feuerwehren aus Elbingerode, Königshütte, Neuwerk, Rübeland und Tanne, die Flammen in der Halle, die einer Gerüstbaufirma gehört, endgültig zu ersticken. Am Vorabend hatten insgesamt 110 Kameraden aus acht Ortswehren der Stadt Oberharz bis 22.30Uhr versucht, das Feuer zu löschen. "Die Brandlasten waren aber zu hoch. Deshalb mussten wir das Feuer kontrolliert abbrennen lassen", erklärt Volker Deicke, Einsatzleiter und Chef der Elbingeröder Feuerwehr.

In der rund 500 Quadratmeter großen Halle, die mit Holz und Wellbitumenplatten verkleidet war, wurden neben zwei Transportern, einem Anhänger und vier Spezialhebebühnen vor allem Gerüstteile gelagert. Versuche, die hohen Stapel auseinander zu ziehen, um des Feuers Herr zu werden, hatten die Brandschützer aufgeben müssen. Sie hätten sich sonst selbst in Gefahr gebracht, so Deicke. Der Versuch, mit einem Radlader brennende Teile zur Seite zu ziehen, sei im zweiten Anlauf gescheitert. "Die Baumaschine hat sich auf der aufgeweichten Wiese festgefahren." Ebenso versagte die Drehleiter der Feuerwehr Elbingerode, Baujahr 1974, teilweise den Dienst. Über Nacht war eine Brandwache vor Ort.

Vom Büro der Gerüstbaufirma können Inhaber Horst Fiß und seine Tochter Diana die abgebrannte Lagerhalle sehen. Am Montagnachmittag sind sie nach einem Anruf von zwei Mitarbeitern sofort herbeigeeilt und mussten mit ansehen, wie das Gebäude niederbrannte. "Wir waren binnen zwei Minuten dort, nach fünf Minuten stand alles in Flammen", so Diana Fiß. Die beiden sind betroffen, aber gefasst. Aufräumen können sie und ihre 13 Mitarbeiter erst, wenn am Freitag die Versicherung den Brandschauplatz in Augenschein genommen hat. "Wir arbeiten aber in dieser Zeit weiter", betont der Firmenchef. Obwohl seine Tochter mit Blick auf den entstandenen Schaden sagt: "Das ist existenzbedrohend." Insgesamt sind ersten Schätzungen zufolge bei dem Brand 350000 bis 500000 Euro vernichtet worden.

Nachdem klar ist, dass "eine elektrische Quelle als Brandursache ausscheidet", werde weiter ermittelt, so Wöde. Die Stelle, an der das Feuer ausbrach, wurde am Hallegrund gefunden. Einen Zusammenhang zu anderen Feuern in jüngster Zeit sieht die Polizei derzeit nicht. Dafür sucht sie Zeugen, die sich unter Telefon (03941) 674193 melden möchten.