Der Juni wird sich in Osterwieck Kindermonat nennen. Es handelt sich um ein einzigartiges Projekt im Rahmen der "ZukunftsWerkStadt".

Osterwieck l Als das Projekt der "ZukunftsWerkStadt" voriges Jahr in seine Fortsetzung ging, kannte niemand den Begriff "Kindermonat". Im Oktober war Elke Selke aus dem Projektteam in den Niederlanden unterwegs und sah in Groningen ein großes, freundliches Plakat. "Das hat auf mich gewirkt", bekennt sie. Dort in Groningen verbirgt sich hinter dem Kindermonat eigentlich nur, dass Kinder freien Eintritt in Museen und andere Einrichtungen haben. "Das Osterwiecker Museum können Kinder ja schon kostenlos besichtigen", weiß sie.

Die Anregung des Kindermonats wird hier also ganz anders umgesetzt. Wie schon bei früheren Projekten als eine Art Experiment, das aber schon im Vorfeld gelungen scheint. "Es gab kein Konzept für den Kindermonat", berichtet Selke. "Das ist aus dem Bauch heraus entstanden."

Im Januar gingen Schreiben an die Vereine in den Orten der Stadt Osterwieck mit der Bitte, ihre Ideen und Initiativen für einen Kindermonat mitzuteilen. "Die Vereine sind der größte Schatz", sagt Selke. Die Rückmeldungen seien überwältigend gewesen, erklärt Sophie Reinhold aus dem Projektteam. Einige Vereine hätten daraufhin ihre Aktivitäten extra in den Juni geschoben.

Höhepunkt des Kindermonats ist der Besuch von Kinderfernsehlegende Adi mit seinem Wettbewerb "Mach mit, mach´s nach, mach´s besser" am 21. Juni ab 10 Uhr in der Osterwiecker Sporthalle. In dem Rahmen wird dort auch eine Vereinsmesse stattfinden, ähnlich wie es sie vor zwei Jahren schon mal im E-Werk gab.

Auch Unternehmen unterstützen den Kindermonat. Elke Selke hebt zum Beispiel die Initiative der Innungskrankenkasse gesund plus hervor. Eine Ernährungsberaterin will mit Hessener Grundschülern ein gesundes Frühstück zubereiten. Das Osterwiecker Energieberatungszentrum will finanzieren, dass jedes Kind, das im Juni den Sozialen Bücherladen in der Altstadt besucht, ein Kinderbuch kostenlos mit nach Hause nehmen kann.

Die Liste der im Juni geplanten Kinderveranstaltungen ist noch nicht abgeschlossen. Bis 13. Mai kann diese noch ergänzt werden (Kontakt siehe Infokasten).

Wenn das jetzt schon vier Seiten umfassende Programm komplett ist, soll es in gedruckter Form an öffentlichen Stellen in den Orten wie Schulen, Kindergärten und Geschäften ausliegen. Plakate bekommen einen QR-Code, der auf Smartphones eine Internetseite mit dem Programm öffnet.

Dass der Kindermonat zu einer runden Sache wird und wirklich ins Auge fällt, dazu tragen die auffälligen Plakate bei. Entworfen von Dominik Lübbecke, einem aus Badersleben stammenden Magdeburger Künstler. Der Landkreis Harz habe das Logo gekauft, damit auch andere Kommunen, die einen Kindermonat veranstalten möchten, darauf zurückgreifen können. Genau darum geht es grundsätzlich in der "ZukunftsWerkStadt", nämlich modellhafte Projekte auf andere Regionen zu übertragen.

"Ein Herz für Kinder" spendet 12 000 Euro

Als Bonus zum Kindermonat hat Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko) noch eine gute Nachricht für sieben Ortschaften. Die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" spendet der Stadt Osterwieck 12 000 Euro für neue Spielgeräte bzw. kleine Reparaturen auf öffentlichen Spielplätzen. Die Beträge zwischen 900 und 3000 Euro fließen nach Berßel, Dardesheim, Hessen, Osterwieck, Schauen, Veltheim und Stötterlingen.