Die Halberstadtwerke haben für die Stadt Osterwieck eine Energiestudie für 15 kommunale Gebäude erstellt. Diese soll auch Auskunft darüber geben, wo sich eine energetische Sanierung lohnt.

Stadt Osterwieck l Dass sich ein Energieversorger fürs Energiesparen engagiert, ist für Stadtwerke-Geschäftsführer Bodo Himpel kein Gegensatz. Mit Blick auf die Zukunft denkt er, werden die Energieversorger mit dieser Dienstleistung verstärkt ihr Geld verdienen. Im Osterwiecker Fall handelt es sich um ein vom Land gefördertes Klimaschutzprojekt, das möglich wurde, weil der Harzkreis zur energetischen Modellregion auserkoren ist.

"Wir wollten hier nichts für den Papierkorb machen", untermauerte Himpel die Arbeit des Energieverbrauchs- und -bedarfskonzepts für die 15 Gebäude, darunter Kindertagesstätten, Schulen und Dorfgemeinschaftshäuser. Solch eine Analyse sei wichtig, bevor an einem Gebäude Investitionsentscheidungen getroffen werden.

Insgesamt besitzt die Stadt Osterwieck sogar 200 Liegenschaften, deren Energiedaten ebenso wichtig sind. "Die 15 Gebäude sind das Muster, alle anderen Gebäude können dazu eingepflegt werden", beschrieb Vertriebsleiter Rainer Gerloff eine spezielle Computersoftware, mit der die Halberstadtwerke bei ihrer Analyse gearbeitet haben und die die Stadt Osterwieck nun übernehmen darf.

Die Studie unter den ersten 15 Gebäuden ergab, dass der nagelneue Kindergarten in Wülperode die besten Werte aufweist, während die ungünstigsten Situationen in den Kindertagesstätten Bühne und Osterwieck (Langerkamp) sowie am Hauptgebäude der Osterwiecker Sonnenkleeschule zu verzeichnen sind. Nach Abwägung von Aufwand und Nutzen gäbe es vor allem bei den beiden genannten Tagesstätten Handlungsbedarf zur energetischen Sanierung.

Zusätzlich wurden die 15 Gebäude thermografisch untersucht. Thomas Ziegenhardt erklärte, dass mitunter schon mit kleinen Veränderungen Energieverluste vermindert werden könnten. Selbst beim Kindergarten Wülperode seien "ein, zwei Kleinigkeiten" erkannt worden.

In das Projekt eingebunden war auch die Hochschule Harz, die sich speziell mit der energetischen Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden befasste. Ute Urban hat dabei die Osterwiecker Stephanischule analysiert und wichtige bauphysikalische Hinweise gegeben, auf die beim Einbau einer Innendämmung zu achten ist. Damit zum Beispiel das Holz trocken bleibt.

An der Projektarbeit waren vor Ort auch Hannes Deicke aus dem Energieberatungszentrum und Sarah Menzel vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung beteiligt. "Wir haben das Gebäudemanagement gerade erst zum Jahresbeginn eingerichtet und konnten gleich mitarbeiten", sagte Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko). Sie sieht das Energieprojekt als Pilotprojekt für den ganzen Landkreis. "Das passt wunderbar in unser Kreisentwicklungskonzept", bestätigte Fachbereichsleiter Dirk Michelmann aus der Kreisverwaltung.