Halberstadt (sc) l Räuber Daneil ist ein gefragter Mann. Jedenfalls, wenn er als Stadtführer aktiv ist. Rolf Heydecke ist jedes Jahr als Räuber mit Stock und Hut in der Stadt und rund um die Daneilshöhle unterwegs. "Die Sonderführungen für das sagenhafte Halberstadt und den Räuber werden von allen Altergsruppen gebucht", berichtet der Mitarbeiter der Halberstadt-Information. Seit dem Jahr 2000 ist das 294 Mal erfolgt, 6711 Personen lauschten dabei den Geschichten, Sagen und Stippstöreken.

Während die Räuber-Führungen beliebt sind, weil sie mit einer Stunde Dauer deutlich kürzer als die normalen geführten Stadtrundgänge sind, dauern die romantischen Abendspaziergänge länger. Was aber den an verschiedenen Stationen angebotenen Verkostungen geschuldet ist.

"Der Romantische Abendspaziergang ist ein Selbstläufer geworden", sagt Christiane Strohschneider. Bereits mit dem Start war kaum Werbung nötig, die angenehme Stadterkundung sprach sich rasch herum, wie sich die Chefin des Halberstädter Tourismusbüros erinnert. "Seit Sommer 2006 bieten wir die Sonderführung an. Die bislang 421 Veranstaltungen nutzten 9046 Gäste."

Doch nicht nur solche besonderen Stadtführungen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Auch die regulären Rundgänge sind gefragt. "Im Jahr 2014 haben wir bei 577 Stadtführungen 15 063 Gäste gezählt", berichtet Strohschneider. Das sei ein Indiz dafür, dass die Zahl der Tagestouristen, die Halberstadt besuchen, relativ stabil sei. Anders als bei den Übernachtungsgästen, deren Zahl im vergangenen Jahr um sieben Prozent gesunken ist (Volksstimme berichtete).

"Wir haben relativ stabil zwischen 135 000 und 150 000 Tagesgäste im Jahr", so Strohschneider. "Das ist eine nicht zu vernachlässigende Zielgruppe. Vor allem, wenn man bedenkt, dass laut jüngster Analysen jeder Tagesgast 23,80 Euro in der Stadt ausgibt, die er besucht." Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr habe ermittelt, dass dieses Geld zu 47 Prozent im Einzelhandel ausgegeben wird, 30,7 Prozent fließen in die Gastronomie und 20 Prozent entfallen auf Dienstleistungen in den besuchten Städten.