Die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) im Harz hat knapp 1,4 Millionen Euro bekommen. Die Mittel sollen genutzt werden, um 40 Langzeitarbeitslosen den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Halberstadt (dl) l Das neue Programm, das Bundes-Arbeitsministerium und der Europäische Sozialfonds (ESF) gemeinsam auflegen, ist insbesondere auf Langzeitarbeitslose zugeschnitten, die sich weit vom ersten Arbeitsmarkt entfernt haben. Das Ziel: Sie sollen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert und nach der Aufnahme der Beschäftigung von einem Coach begleitet und unterstützt werden. Bei Bedarf ermöglicht das Förderprogramm nach Angaben einer KoBa-Sprecherin auch Qualifizierungen für Langzeitarbeitslose.

Mit dem Programm reflektieren die Geldgeber jedoch nicht nur auf die Arbeitnehmer, sondern auch auf die Arbeitgeberseite. Wer Langzeitarbeitslose für mindestens zwei Jahre einstellt, kann von Lohnkostenzuschüssen profitieren, die im Verlauf des Beschäftigungsverhältnisses abgeschmolzen werden.

Voraussetzung seien jedoch Jobs mit mindestens 20 Wochenstunden und tariflicher Bezahlung, erklärt Anita Hauswald, KoBa-Fachbereichsleiterin für Integration. Nach ihren Worten hat die KoBa im Februar einen Antrag zur Förderung von insgesamt 40 Arbeitsplätzen gestellt und nun den Zuwendungsbescheid erhalten. Für die Förderperiode von 2015 bis 2020 stehe eine Fördersumme in Höhe von insgesamt 1 392 991 Euro zusätzlich für die Vermittlung, Qualifizierung und Betreuung jener Erwerbssuchender zur Verfügung. "Zur Zielgruppe des Bundesprogramms gehören Langzeitarbeitslose über 35 Jahre ohne Berufsausbildung, die bisher keine Arbeit gefunden haben."

Aus KoBa-Sicht gibt es jedoch auch Kritik: "Der Gesetzgeber hat die Förderung leider mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand für die Jobcenter versehen. Trotzdem wollen wir das Geld natürlich so gut es geht nutzen, um für Kunden, die besonders schwer Arbeit finden, eine langfristige reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erreichen", präzisiert Anita Hauswald.

Potenziale sieht die KoBa dabei insbesondere in solchen Branchen, in denen nicht unmittelbar eine umfangreiche Qualifizierung notwendig ist, beispielsweise im Hotel- und Gastgewerbe, in der Dienstleistungsbranche, in der Glas- und Gebäudereinigung, im Bereich der Zeitarbeit, aber auch in Metallzulieferunternehmen oder im Handel.

"Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht bislang an vielen Langzeitarbeitslosen vorbei. Zugleich haben aber auch immer mehr Firmen Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen", so Anita Hauswald. "Möglicherweise kann dieses Programm einen kleinen Teil zur Lösung dieses Problems in unserer Region beitragen. Allerdings sind wir auf die Mitwirkung der Arbeitgeber angewiesen."