Halberstadt (je) l Im Städtischen Museum Halberstadt schildert am Mittwoch, dem 20. Mai, Hans Kolmsee, Mitglied im Verein des Herzoglich Braunschweigischen Feldcorps, die Gründe und den Verlauf des Russland-Feldzuges Napoleons unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse. Er zeigt Legenden auf und vergleicht sie mit den Fakten. Schwerpunkt ist die Darstellung der Auswirkung des Feldzuges auf die Soldaten und Zivilbevölkerung sowie gravierende Fehler Napoleons bereits in der Vorbereitung, heißt es in einer Mitteilung des Städtischen Museums Halberstadt.

20 Jahre lang feiert Napoleon einen Sieg nach dem anderen: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist der selbst ernannte Kaiser von Frankreich der mächtigste Herrscher Europas. Seit 1802 herrscht in Europa ein Frieden von seinen Gnaden, dem sich allein England widersetzt. Napoleon versucht, den Erzfeind mit einer Handelsblockade in die Knie zu zwingen. Diese Politik wird allerdings von Russland durchkreuzt, das seine Häfen für englische Schiffe öffnet. Das will sich Napoleon nicht bieten lassen, denn er ist seit 1807 mit Zar Alexander verbündet. Im Frühsommer 1812 sieht Napoleon die Zeit gekommen, er glaubt, dass ein Sieg nie so sicher war und der russische Zar nach spätestens zwei Monaten um Frieden bitten wird. Truppen aus 16 Ländern marschieren auf: Franzosen, Italiener, Schweizer, Spanier, Polen, Soldaten vom Balkan und über 100 000 Deutsche aus den Fürstentümern des Rheinbundes. An der Spitze seiner Grande Armée überschreitet Napoleon am 24. Juni 1812 den polnisch-russischen Grenzfluss, die Memel. Es beginnt ein Krieg, den von 600 000 Soldaten nur 5000 überleben werden.

Der Bogen schließt sich in einer Betrachtung der Ergebnisse des Rußlandfeldzuges im Zweiten Weltkrieg.

Hans Kolmsee ist Jahrgang 1949, er ist in Wolfenbüttel zur Schule gegangen und war von 1968 bis 2007 Offizier der Luftwaffe. Seit 2007 wohnt er mit seiner Ehefrau in Bad Harzburg. Seit 1980 beschäftigt er sich intensiv mit der napoleonischen Zeit, Schwerpunkte sind Braunschweig und Preußen. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Städtischen Museum Halberstadt. Der Eintritt beträgt drei Euro.