Osterode (ru) l Die länderübergreifende "Ein-Harz"-Initiative hat Fahrt aufgenommen. Auf dem Treffen am gestrigen Dienstag in Osterode wurde von Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) die Gründung einer "Regiopolregion Harz" vorgeschlagen und stieß auf breite Zustimmung der über 30 Teilnehmer. "Die "Regiopolregion - auch "kleine Schwester" der Metropolregion genannt - würde den erforderlichen rechtlichen Rahmen für die Initiative schaffen sowie das Einwerben von Fördergeldern ermöglichen, habe laut Pressemitteilung Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU) betont. Zu begrüßen sei die Vereinsgründung zudem, weil die Kommunen des Harzes von den Metropolregionen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu weit entfernt liegen, um tatsächlich von deren Synergien optimal profitieren zu können.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) befürworte die Gründung der Regiopolregion Harz vor allem deshalb, "weil sie durch die hinterlegte Vereinsstruktur keinen hohen Verwaltungsaufwand bedeutet, Doppelstrukturen vermeidet und dem Zwang der Institutionalisierung der Ein-Harz-Initiative Rechnung trägt", heißt es in der Pressemitteilung. Ein positives Signal habe es auch vom Arbeitgeberverband Harz gegeben.

Die Besonderheit einer "Regiopolregion Harz" sei neben ihrer Verwirklichung über drei Bundesländer ebenso die Prägung der Region von mehreren Mittelzentren (zum Teil mit oberzentralen Teilfunktionen) anstelle eines zentralen Oberzentrums. Um die Städte Nordhausen, Wernigerode, Sangerhausen, Osterode und Goslar mit einem gemeinsamen Verflechtungsraum, der bis Halberstadt und Aschersleben reicht, könnte ein attraktives Regionsmodell entstehen. Finanziert werden könnte die Regiopolregion über Mitgliedsbeiträge, wobei diese niedrig für die beteiligten Kommunen gehalten werden sollten. Die "Regiopolregion Harz" hätte die Möglichkeit, Landes- und EU-Fördergeld einzuwerben. Ferner sollten Sponsoren, insbesondere aus der Wirtschaft, gewonnen werden.

In Osterode sei zudem ein Fahrplan verabredet worden: Das Konzept soll durch die Beteiligten bis Anfang Juni ergänzt und im Anschluss an die zuständigen Landesministerien in Erfurt, Magdeburg und Hannover übersandt werden. Bis zum nächsten Treffen am 9. September 2015 in Bad Lauterberg soll ein mit den Behörden abgestimmtes Konzeptpapier verabschiedet werden, das anschließend in den Ratsgremien der beteiligten Kommunen diskutiert werden kann.