Osterwieck (mhe) l Zum Reformationsfest weilte mit Pierre Eisert auch der Urenkel von Paul Eisert in Osterwieck.

Der Urgroßvater war 1930 zusammen mit Fritz Gille Begründer des Osterwiecker Heimatmuseums gewesen. Darüber hinaus verfasste der Heimatforscher etliche Schriften über Osterwieck und zeichnete in den 1920er und 1930er Jahren über 50 Fachwerkhäuser aus der Altstadt detailgetreu nach. Darunter einige Gebäude, die heute nicht mehr existieren.

39 Bilder sind als Dauerleihgabe des Braunschweiger Landesmuseums im Osterwiecker Heimatmuseum zu sehen. "Man sagte, er habe sogar die Ziegel gezählt", berichtete Pierre Eisert über die Akribie, mit der sein Urgroßvater die Häuser zeichnete. Einige Bilder hat er auch zu Hause in Leverkusen.

Wie sein Vorfahre ist auch Pierre Eisert Lehrer geworden. Paul Eisert war 1906 aus Berlin durch eine Anstellung in der Mittelschule, die sich auf dem Stephanikirchhof befand, nach Osterwieck gekommen. Neben seiner Tätigkeit als Heimatforscher fungierte er auch als Gründer und Leiter der Osterwiecker Sanitätskolonne.

Pierre Eisert nutzte das lange Wochenende für einen Besuch in Osterwieck. "Ich war schon einige Male hier." Im Heimatmuseum trug er sich zusammen mit seinem brasilianischen Begleiter, Alexander Oliveira, ins Gästebuch ein. Schäfers Hof, Stephanikirche und Bismarckturm wurden auch besichtigt, ebenso das Grab von Paul Eisert (1869 bis 1946), das auf dem städtischen Friedhof nahe dem Grab von dessen Weggefährten Fritz Gille erhalten ist.