Halberstadt l Die Polizei überwacht gegenwärtig verstärkt das Umfeld eines Schulhorts in der Wilhelm-Trautewein-Straße in Halberstadt. Anlass sind Hinweise, wonach ein Mann bewusst versucht haben soll, Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Eine Mutter hatte über soziale Netzwerke von entsprechenden Erfahrungen berichten lassen und andere Eltern gewarnt. Die Polizei reagierte nach Angaben von Kripochef Eckhard Gluschke sofort: "Seit wir von diesen Informationen Kenntnis haben, sind wir in vielfältiger Form vor Ort präsent", so der Kriminaloberrat zur Volksstimme. Unter anderem seien vorsorglich verstärkt Regionalbereichsbeamte und Funkstreifenwagen vor Ort unterwegs. Allerdings seien die Ermittlungen schleppend - "auch, weil es uns bislang trotz mehrfacher Versuche nicht gelungen ist, die Mutter persönlich zu erreichen", so Gluschke.

Während die Polizei demnach bislang keinen Kontakt zu der Frau aufbauen konnte, berichtet offenbar deren Mann um so intensiver bei Facebook: Nach seinen Worten wurden seine Frau und sein achtjähriger Sohn am Dienstagmorgen auf dem Weg zum Schulhort in der Wilhelm-Trautewein-Straße von einem Mann verfolgt. Am Schulgelände angekommen, habe jener Mann plötzlich hinter dem Zaun gestanden und seine Frau angesprochen, heißt es. Er habe davon gesprochen, dass der Hort erst später öffne und angeboten, den Jungen so lange zu beaufsichtigen.

Glaubt man dem Schreiber, wollen andere Eltern diesen ominösen Mann schon seit Montag im Umfeld von Schule und Hort gesichtet haben. Und via Netzwerk kündigt der Vater Schritte an: "Von unserer Seite aus wird im Laufe des Tages Strafanzeige bei der Kripo Halberstadt gestellt", schrieb er am Dienstagmorgen.

"Genau das ist unser Problem: Wir haben bislang weder eine Strafanzeige noch weitergehende Informationen von der Frau, dem Mann oder weiteren Zeugen", sagt Kripochef Gluschke. Und damit nicht genug. Alle Versuche der Beamten, die Frau zu kontaktieren, um weitere Details in Erfahrung zu bringen, seien bislang erfolglos gewesen. "Wir haben versucht, sie telefonisch zu erreichen - die Rufnummern waren nicht korrekt. Wir haben mehrfach versucht, sie zu Hause zu kontaktieren - ohne Erfolg. Und wir haben sie schriftlich gebeten, uns umgehend zu kontaktieren - bislang leider ohne Reaktion", so der Chef der Kriminalpolizei im Harz.

Gleichwohl dauerten die Ermittlungen an. Erste Kontrollen vor Ort hätten jedoch nichts ergeben. "Wir nehmen die Hinweise sehr ernst", so Gluschke. Auch im Hort ist der Sachverhalt bekannt, wie die Leiterin auf Anfrage bestätigt hat. "Die Mutter hat uns informiert, die Polizei weiß Bescheid und ist tagsüber regelmäßig vor Ort", hieß es. "Und wir halten natürlich Augen und Ohren offen und schauen noch intensiver als sonst", wurde versichert.

Eckhard Gluschke hofft, dass sich die Mutter als wichtige Zeugin endlich meldet. Überdies appelliert er ganz generell an Eltern, Großeltern und Verwandte, stets aufmerksam und vorsichtig zu sein und jegliche verdächtigen Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. "Wir sind dafür zuständig und wir kümmern uns auch."