Grund zum Feiern gibt es im Juli in Badersleben. Das Heimatmuseum besteht seit zehn Jahren. Für eine neue Ausstellung zur Ortsgeschichte wird noch Material benötigt.

Badersleben l Mit einer neuen Ausstellung zur Ortsgeschichte von Badersleben, die sich mit den ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt, wollen die Mitglieder des Heimatvereins das 10-Jährige Jubiläum ihres Heimatmuseums begehen.

"Damit wir einen möglichst vollständigen Überblick zeigen können, benötigen wir die Unterstützung der Baderslebener Einwohner, sagt Dietmar Küchenmeister, der Vorsitzende des Heimatvereins. "Wir bitten, uns Bilder und alte Ansichten der Bauernhöfe zur Verfügung zu stellen." Diese Ausstellung soll einer der Höhepunkte der Jubiläumsfeier werden, die am Sonnabend, 19. Juli, stattfinden wird.

Besucher, die den Weg in das Heimatmuseum von Badersleben finden, sollten Zeit mitbringen. Eine Fülle von Bildern, Dokumenten, Büchern und Gegenständen zeugt von der Geschichte Baderslebens. Oft genug sind es unwiederbringliche Zeitzeugen wie Schriftstücke, Zeugnisse, Fotos und Briefe.

Ein Inventarverzeichnis gibt es nicht, "noch nicht", wie Inge Schütt betont. Die Baderslebenerin ist als Mitglied des Heimatmatvereins für das Museum zuständig und kennt jedes Stück. "Inge brennt für das Museum", sagt Dietmar Küchenmeister. "Jede Urkunde und jedes Buch kann sie nennen und kleinste Veränderungen fallen ihr sofort auf."

Inge Schütt betreut das Museum ehrenamtlich neben ihrer Tätigkeit und bedauert, dass das Heimatmuseums nur auf Anfrage öffnen kann. "Eine regelmäßige Öffnung können wir nicht absichern. Interessierte Gruppen oder Einzelpersonen rufen vorher an." An einen dieser Besuche könne sie sich noch besonders gut erinnern. Nachfahren der Familie Schwiegers, die 1729 aus Deutschland ausgewandert sind und sich in Südafrika und Namibia niedergelassen haben, waren in Badersleben und haben auch im Heimatmuseum nach Spuren ihrer Vorfahren gesucht. "Wir haben eine riesige Sammlung an Klassenbüchern und Verzeichnissen, auch jede Menge Klassenfotos, wo schon so mancher seine Urgroßeltern wiederentdeckt hat." Eines dieser guterhaltenen Exemplare beinhaltet Probeschriften von Schülern aus dem Jahr 1845. Damals habe man viel Wert auf eine schöne Handschrift gelegt.

Viel Raum nehmen die Ansichten der Häuser von Badersleben aus drei Jahrzehnten ein. "Nach der Wende haben wir alle Häuser zehn Jahre lang fotografiert. Die Fotos sind straßenzugweise angeordnet und zeigen Veränderungen der Straßenzeilen. Dieses Fotoprojekt soll weitergehen, die vierte Aktion wird im Jahr 2021 starten.

Dietmar Küchenmeister und Inge Schütt erinnern an die Gründung des Museums. "Angefangen haben wir mit zwei Räumen, jetzt platzen wir aus allen Nähten und würden gern noch um einige Räume erweitern." Nur durch den persönlichen Einsatz vieler Baderslebener und die Unterstützung von ABM-Kräften sei der Aufbau des Museums in seinem heutigen Zustand möglich geworden.

D. Küchenmeister: (039422) 4 82 oder I. Schütt (039422) 4 04