Während insgesamt Schützenfeste rarer oder zumindest kleiner werden, hält Schauen an seinen Traditionen fest. Auch dieses Jahr wurde über Pfingsten vier Tage gefeiert.

Schauen l Auch Schauen hatte in den vergangenen Jahren zu kämpfen, dass das Fest beim Publikum angenommen wird. Seit einem Generationswechsel an der Vereinsspitze geht es wieder aufwärts. "Durch viele kleine Schritte", wie Matthias Bindseil berichtete. Drei Jahre war er nun Vereinsvorsitzender, bis er im Frühjahr mit seinem bisherigen 1. Stellvertreter Frank Dorn sozusagen die Ämter getauscht hat.

Als Vize hat Bindseil nun den Hut auf für die Organisation des Schützenfestes, weiß dabei aber ein ganzes Team an seiner Seite. Kleine Schritte, das waren die Einführung eines Kinderprogramms, wie dieses Jahr mit einer Zaubershow und Kinderanimation. "Da können die Eltern ohne schlechtes Gewissen ihre Kinder abgeben und das Fest genießen." Die Musik- und Tanzangebote sind jünger geworden. Seit vorigem Jahr kooperieren die Schützen mit den Westernreitern, die zeitgleich im Dorf ein Turnier ausrichten und ihre Siegerehrung ins Schützenfest einbetten. Reinhard Diedrich hat sogar ein "Pferdetaxi" zwischen Schützenzelt und Reiterplatz gefahren. Ein Schnapskönigstitel ist eingeführt worden und dieses Jahr erstmals ein Kindervolkskönig. Diesen Titel gewann bei der Premiere Linus Brunk. Volksjugendkönig ist Robert Hesse geworden.

Die Titel aus der Mitte des fast 70-köpfigen Schützenvereins waren umkämpft. Rund 50 Frauen und Männer sind zum Königsschießen angetreten. Schützenkönig ist zum zweiten Mal Frank Dorn geworden - nach einem Stechen gegen seinen Cousin David Lakaschus.

Dadurch wurde Dorn für dieses Fest allerdings einen anderen Titel los, den des Schützenhauptmanns. Die Befehlsgewalt bei den Schützenumzügen fiel somit an Matthias Bindseil.

Schützenkönigin wurde bereits zum dritten Mal Ute Fischer. Auch hier fiel die Entscheidung erst im Stechen gegen Agnes Bindseil. Dreimal kam auch schon Ralph Schreinert zu Titelehren. Diesmal hatte er etwas am Auge, wie er augenzwinkernd sagte. Nur fünf erzielte Ringe brachten ihm den Titel des Klotzkönigs ein, dessen Königsscheibe die schönste sein soll. "Wer schon mal Schützenkönig war, möchte auch mal Klotzkönig werden", wusste Frank Dorn zu berichten.

Ralph Schreinert ist auch der Spieß beim Schützenfest. Er schreibt alle Untaten seiner Schützenkameraden, die aus der Reihe tanzen, auf. Am Ende des Feste wird dafür abkassiert. Einzig der Schnapskönig hat Narrenfreiheit. Das war diesmal Steffen Richardt - nach einem Stechen zu viert.

Die Schauener Schützen pflegen ihr Vereinsleben nicht nur zum Pfingstfest, sondern ebenso für den Rest des Jahres. Etwa zehn Aktive stehen im regelmäßigen Wettkampfbetrieb. Und das recht erfolgreich. Beim Harzpokal 2015 wurden zum Beispiel Marie-Luise Lüttgau Dritte sowie Heike Breiting und Matthias Bindseil Vierte in den Einzelwertungen. Als Mannschaften kamen die Schauener auf die Ränge 6 und 7 von immerhin 42 Teams.

Auch Nachwuchsarbeit gibt es jetzt wieder im Verein. Jens Fischer betreut die Kinder und Jugendlichen. Der Mittwoch ist generell Trainingstag auf dem Schießstand, der erst vor eineinhalb Jahren eingeweiht worden ist.

Dieser Schießstand war mit viel Eigenleistung gebaut worden. Dieses Jahr haben die Vereinsmitglieder wieder ihre Ärmel hochgekrempelt und das Dach des Schützenzeltes neu gedeckt. Dass das finanziell möglich wurde, dazu hatte eine Aktion der Gesangsbrüder aus dem Dorf beigetragen. Die Sänger kochten und verkauften an einem Sonntag Soljanka an die Bewohner und spendeten die Einnahmen für die neue Dacheindeckung. "Dafür unseren herzlichen Dank", betonte Frank Dorn.

Das Schützenzelt ist Baujahr 1927 und damit so alt wie der Schützenverein und seine Schützenfeste. Als nächstes soll die Fassade erneuert werden, die noch bauzeitlich ist. Aber erstmal muss dafür das Geld zusammen sein. Dieser riesige Fachwerkbau wird auch für viele Familienfeiern vermietet. Selbst wenn am Ortsrand gelegen, ist es durch die vielen Veranstaltungen hier für die Schauener ein zentraler Platz, wie Dorn erklärte.

 

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