Halberstadt l Die Serie von Kellerbränden in der Altstadt von Halberstadt reißt nicht ab. In der Nacht zum Sonnabend sorgte ein Feuer in einem Neubaublock für hohen Sachschaden. Drei Bewohner kamen verletzt in eine Klinik, zwei wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung stationär aufgenommen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte es im Altstadtbereich bereits zahlreiche Brandstiftungen gegeben.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, brach das Feuer gegen 0.45 Uhr im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Straße Johannesbrunnen aus - nach Informationen der Volksstimme in Haus Nummer 24. "Durch die Feuerwehr wurden insgesamt acht Personen aus dem Gebäude evakuiert. Drei Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum Halberstadt eingeliefert", so Polizeisprecher Axel Oberländer. Eine Zwölfjährige und eine 22-Jährige seien zur Beobachtung stationär aufgenommen worden. Eine 32-jährige Bewohnerin habe die Klinik nach ambulanter Behandlung wieder verlassen können.

Beim Feuer entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden in Höhe von rund 30 000 Euro, so Oberländer weiter. Es wurden unter anderem Wasser-, Heizungs- sowie Elektroleitungen beschädigt. Die Wohnungen des betroffenen Aufgangs bleiben wegen der extrem starken Belastung des Treppenhauses mit Rauchgas und Rußpartikeln zunächst gesperrt. Die Bewohner wurden von Angehörigen oder Freunden aufgenommen.
Laut Polizei waren die Feuerwehren Halberstadt und Langenstein mit insgesamt 27 Kameraden sowie Rettungsdienst und Polizei im Einsatz.

Das Feuer ist ein neuer Höhepunkt in einer seit Monaten anhaltenden Serie von Brandstiftungen in Halberstadt. Dabei waren im Bereich Gröperstraße, Johannesbrunnen sowie Taubenstraße immer wieder zu nächtlicher Stunden Brände in den Kellern von Neubaublöcken gelegt worden. Mehrfach wurden dabei Anwohner durch Rauchgaseinwirkung verletzt und gerieten wegen versperrter Fluchtwege in akute Lebensgefahr (die Volksstimme berichtete).

Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus und sucht nach dem Täter, der in der Nacht zum 26. April in der Taubenstraße gesehen worden war, allerdings entkommen konnte.

Damals waren in den Kellern mehrerer Häuser in der Taubenstraße binnen weniger Minuten mehrere Feuer gelegt worden. Der Sachschaden an Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Elektroanlagen war immens.

Die Polizei schließt Parallelen zwischen der Serie am 26. April und dem jüngsten Feuer nicht aus. Aufgrund der Häufung von Brandstiftungen in Mehrfamilienhäusern in der Halberstädter Innenstadt und der großen Gefährdung der Mieter ermitteln mittlerweile Kriminalbeamte des Harzer Polizeireviers zusammen mit Beamten der Polizeidirektion Magdeburg.