Magdeburg (dl/ru) l Die Briefaffäre im Wernigeröder Rathaus wirft mittlerweile Schatten bis in die Landeshauptstadt und in den Landtag. Wie die Wernigeröder CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr in der Sondersitzung des Hauptausschusses am Dienstagabend in Wernigerode berichtete, seien die Vorgänge rund um die Öffnung und inhaltliche Auswertung eines an die bündnisgrüne Stadträtin Sabine Wetzel gerichteten Briefes im Rathaus in der jüngsten Landtagssitzung thematisiert worden. Anlass war eine Anfrage des bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel. Dazu hat Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) im Landtag Position bezogen.

Für Angela Gorr hat die Briefaffäre damit eine Dimension erreicht, die einfach nur noch "beschämend" sei. "Für mich war und ist es peinlich und schlimm, dass Wernigerode nunmehr landesweit so in den Schlagzeilen ist und das Thema selbst den Landtag beschäftigt", so Angela Gorr auf Nachfrage gegenüber der Volksstimme. Sie kritisiert zudem, dass sowohl die Stasi-Landesbeauftragte Birgit Neumann-Becker als auch der Landesdatenschutz-Beauftragte Harald von Bose aufgrund von Zeitungsbeiträgen und Medienberichten tätig werden mussten. "All das ist nicht nur unschön, sondern wäre vermeidbar gewesen, wenn man im Rathaus anders agiert hätte", so die Christdemokratin.

Sie sehe nun vor allem Gefahr, dass wegen der Briefaffäre der Ruf und das Image der Stadt Wernigerode in Mitleidenschaft gezogen werden. "Wir waren bislang immer ein integrer Stadtrat und haben im Sinne der Stadt gut zusammengearbeitet. Dass jetzt so etwas passiert, tut mir für die Stadt Wernigerode leid."