Rückschau auf das Jahr 2010 hielt bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wegeleben deren Leiter Ulrich Müller. Dabei spielte noch einmal die Gründung der gemeinsamen Feuerwehr in der Verbandsgemeinde eine Rolle.

Wegeleben. "13 Feuerwehren unter einen Hut gebracht und eine einheitliche Satzung für alle entwickelt", das sei eine nicht ganz einfache Aufgabe gewesen, brachte Wegelebens Wehrleiter Ulrich Müller die organisatorische Herausforderung des vergangenen Jahres bei der Hauptversammlung auf den Punkt. Der Kraftakt war mit der Gründung der Verbandsgemeinde Vorharz vor gut einem Jahr erforderlich geworden, denn übergeordnete Aufgaben der Brandbekämpfung gingen, wie es das Gesetz vorschreibt, auf die neue kommunale Körperschaft über. Ein Schritt, der manchem nicht leicht gefallen sei, so Wegelebens Bürgermeister Hans-Jürgen Zimmer: "Ich bin der Meinung, dass die Feuerwehr zur Stadt gehört wie das Rathaus", betonte er.

Jens Kappe hatte als stellvertretender Wehrleiter zuvor neben dem Oberhaupt der Bodestadt weitere Ehrengäste im Gerätehaus begrüßt, unter ihnen die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde, Ute Pesselt, den Vertreter des Kreisfeuerwehrverbands im Altkreis Halberstadt, Stefan Koch, den Abschnittsleiter Ost der Wehren im Harzkreis, Ulrich Ferfers, und natürlich auch den Leiter der Feuerwehr der Verbandsgemeinde, Jürgen Kamm aus Harsleben.

Dass neben dem organisatorischen Kraftakt der Brandschutz und die Brandbekämpfung nicht vernachlässigt wurden, wies Wehrleiter Ulrich Müller in seinem Rechenschaftsbericht für 2010 nach: 52 Mal sei die Wehr zu Einsätzen ausgerückt, 22 dieser Einsätze seien technische Hilfeleistungen gewesen, elf Mal übernahmen die Wegeleber Brandsicherheitswachen.

Im Jahr 2010 neun "echte" Brandeinsätze

Abzüglich weiterer Anforderungen wie bei Verkehrsunfällen und Krankentransporten blieben neun "echte" Brandeinsätze übrig, davon sechs auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde, aber keiner in Wegeleben. "Die Alarmierung von außerhalb ist mir die liebste", kommentiere Müller scherzhaft, "da spare ich mir den Papierkram."

Gut 9000 Stunden investierten die Kameradinnen und Kameraden in ihre Ausbildung. Dazu gehörten unter anderem das Training mit Atemschutzgeräten, die Schulung am Funkgerät und als Besonderheit auch eine Übung zur Eisrettung auf dem zugefrorenen Kiesteich.

Bei den Wettkämpfen der Disziplin "Löschangriff" waren die Wegeleber erfolgreich: Bei den Meisterschaften des Kreisfeuerwehrverbands im Altkreis Halberstadt belegte die Frauenmannschaft mit Unterstützung der Kameradinnen aus Adersleben den ersten Platz, die Männermannschaft erreichte ebenfalls Platz eins.

Über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr berichtete Kathleen Müller: Fünf jugendliche Brandbekämpfer in spe zählte die Nachwuchsabteilung zu Beginn des Jahres 2010 – "Alles Jungs!", so der Stoßseufzer der Jugendwartin. Ein weiteres Mitglied habe man durch den Feuerwehrtag in der Grundschule "Dr. Wilhelm Schmidt" hinzugewinnen können. Zum Programm des Jahres gehörten unter anderem ein Jugendfeuerwehrtag in der Verbandsgemeinde, ein Besuch beim Technischen Hilfswerk in Halberstadt und bei der hauptberuflichen Wachbereitschaft in der Kreisstadt.

Einige Probleme wurden mit dem Rechenschaftsbericht des Wehrleiters und in der anschließenden Diskussion benannt: Weiter offen sei die Frage der Wartung und Kennzeichnung der Hydranten. Eine befriedigende Klärung mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband konnte nicht herbeigeführt werden, beklagten die Brandschützer. Auch Baumängel an der relativ neuen Fahrzeughalle führten zur Verärgerung.