"Lüttis Rasselbande", die Kindertagesstätte in Lüttgenrode, ging aus der Muntermacher-Initiative der Innungskrankenkasse gesund plus als einer von sechs Gewinnern hervor. Die Auszeichnung bekam die Einrichtung in der Magdeburger Staatskanzlei überreicht.

Lüttgenrode. Für die Kinder und die Erzieherinnen um Leiterin Heike Hundertmark-Wedde war es ein unvergessliches Erlebnis, als ihnen Sachsen-Anhalts Minister für Gesundheit und Soziales, Norbert Bischoff, den Preis überreichte. 2000 Euro haben sie nun zur Verfügung, um ihr Projekt auszubauen, das unter dem Titel "Raus an die frische Luft" steht. "Wir sind stolz, dass wir das geschafft haben", sagte gestern die Leiterin der Einrichtung, in der derzeit 33 Kinder betreut werden.

Sich an der frischen Luft auszutoben, sollte für Kinder eigentlich normal sein – ist es aber heutzutage offenbar nicht mehr. Das stellte man auch in der Kita Lüttgenrode fest. Über den Zeitraum eines Vierteljahres wurden die Fehltage der Kinder analysiert – oft wegen Erkältungen. Daraufhin begann vor zwei Jahren das Projekt. Montags geht es seitdem raus in die Natur zum Wald- und Wiesentag. "Bei Wind und Wetter", betonte Heike Hundertmark-Wedde. "Das macht den Kindern ganz viel Spaß."

Die Mädchen und Jungen haben nun stets wetterfeste Kleidung und Wechselsachen in der Tagesstätte. Ein Gummistiefelbaum wurde dazu extra von Holger Willert und Helmut Lippmann aus dem Bauhof gezimmert.

Über ihr Projekt fertigten die Lüttgenröder eine Dokumentation, aber auch von ihren Wünschen, die Natur-Aufenthalte zu erweitern. Zum Beispiel mit einer Zeltausrüstung und Campingkocher, um im Grünen essen und so länger draußen bleiben zu können. Ein Handwagen wäre schön, um alles Gepäck transportieren zu können. Ebenso die Eltern sollten mehr mit einbezogen werden, mit gemeinsamen Wanderungen vielleicht.

"Die Kinder sind robuster geworden."

Mit einem speziellen Handwagen für die Krippenkinder könnte auch diese Altersgruppe öfter an die frische Luft.

Überlegungen gibt es erstmal eine ganze Menge, mit dem Preisgeld kann man nun konkreter planen.

Die zwei Jahre Projekt an der frischen Luft haben den Kindern jedenfalls gut getan, stellte Heike Hundertmark-Wedde fest. "Sie sind robuster geworden." Das zeigt sich an weniger Fehltagen. Übrigens auch an den anderen Wochentagen sind die Kinder draußen. "Täglich mindestens 30 Minuten."