Langenstein. Vor drei Jahren war der Europa-Abgeordnete Dr. Horst Schnellhardt (CDU) bei der Eröffnung der Filiale des Landmaschinenbetriebes August Bruns in Langenstein dabei. Jetzt wollte er wissen, wie sich der Betrieb entwickelt hat und wie er die jüngste Finanzkrise überstanden hat. Einige Langensteiner nutzten die Möglichkeit, sich den Betrieb anzusehen und einmal auf einen großen Traktor zu steigen.

"Wir sind damals viele Bundesstraßen abgefahren auf der Suche nach einem passenden Standort", erinnert sich Filialleiter Frank Grodrian. Er war bereits zu DDR-Zeiten mit Landmaschinen beschäftigt und baute den Betrieb zunächst in Blankenburg auf. "Dort waren wir sechs Mitarbeiter, hatten aber sehr beengte Platzverhältnisse", berichtet er. Der neue Standort nahe der viel befahrenen Kreuzung Wilhelmshöhe habe sich bestens bewährt.

Mit der neuen Adresse "Harzblick" ging es schnell aufwärts. Inzwischen hat das Unternehmen 14 Mitarbeiter. Hier werden kleine und große Landmaschinen verkauft, benötigte Ersatzteile beschafft und ein umfassender Service angeboten. "Der Landwirt will umsorgt werden, denn schließlich investiert er heute in Größenordnungen", weiß der Fachmann. So kann ein moderner Traktor zwischen 70 000 und 150 000 Euro kosten, ein Mähdrescher um die 250 000 Euro. Wenn in der Erntezeit eine Maschine ausfällt, muss schnell gehandelt werden. "In der Hochsaison liegen die Nerven schon mal blank", so Frank Grodrian.

In der Winterzeit geht es auf dem Gelände am Ortseingang von Langenstein etwas ruhiger zu, doch Anfang März werden die Landwirte wieder unruhig. "Sicher wird zu Krisenzeiten vorsichtiger investiert, doch irgendwann muss die Technik ersetzt werden", erläuterte der Firmenverantwortliche. Werde die Neuanschaffung hinausgezögert, bedeute dies meist mehr Arbeit für die Werkstatt.

Er hält sich oft bei den Landwirten der Region auf, berät bei Problemen mit der Technik und weist auf neue Möglichkeiten hin. Die Hälfte der Traktoren werde heute mit modernen Satellitennavigationssystemen ausgestattet, bei Mähdreschern seien es sogar 100 Prozent. Damit könnten die einzelnen Felder exakt ohne Überlappungen oder Fehlstellen bearbeitet werden.

Dabei wurde auch über moderne Düngergeräte diskutiert. "Dass die Landwirte ihre Felder überdüngen, ist eine Legende", so der Berater. Einerseits würden die Maschinen sehr exakt eingestellt, und zum anderen sei Dünger heute viel zu teuer, so dass jeder Landwirt so sparsam wie möglich damit umgehe.

Die Landtagsabgeordnete Frauke Weiß wollte wissen, wie es mit Ausbildungsplätzen aussehe. Drei Jugendliche würden gegenwärtig ausgebildet, hieß es. Dabei finde die theoretische Ausbildung in Halle statt.

"Solch einen großen Betrieb hätten wir hier nicht erwartet", hieß es bei der Verabschiedung. Horst Schnellhardt zeigte sich erfreut darüber, dass die Investitionsförderung für dieses Unternehmen sowie für den Ausbau des Langensteiner Gewerbegebietes gut angelegtes Geld sei.