Halberstadt (je). Verärgert berichtete Kerstin Brandes von einem Erlebnis mit der Rettungsleitstelle des Landkreises Harz. Ihr Enkelkind habe 40 Grad Fieber gehabt, daraufhin habe sie mit ihrer Tochter, der Mutter des Kindes, am 21. Januar um 17.40 Uhr die Rettungsleitstelle um Hilfe gebeten und einen Notarzt angefordert.

"In einem unfreundlichen Ton sagte man mir am Telefon, dass der Arzt momentan im Einsatz sei und erst in zwei Stunden kommen könne. So kann man ja wohl nicht mit Notfällen umgehen. Wir mussten das Kind selbst mit einer Taxe ins Krankenhaus bringen", schimpft die Halberstädterin.

"Wir werden mit Frau Brandes noch ein Gespräch führen."

Auf eine Nachfrage der Halberstädter Volksstimme im zuständigen Landratsamt informierte Pressesprecherin Ingelore Kamann: "Eine Nachfrage beim Leiter des Rettungsdienstes Harz ergab, dass das Kind wohl schon länger als einen Tag Fieber hatte, wie die Mutter am Telefon erzählt habe, und sie wäre mit dem Kind noch nicht zum Arzt gegangen. Ein akuter Notfall, für den der Notarzt da ist, war es wohl nicht. Der Arzt wäre aber gekommen. Am Telefon sagte die Mutter, sie würde das Kind selbst ins Krankenhaus bringen. Wir werden mit Frau Brandes noch ein Gespräch führen, weil am Telefon wohl beide Seiten etwas erhitzt waren."