Obwohl der aktuelle vierte Schuljahrgang in der Region gar nicht so viele Kinder hat, platzte die Aula des Osterwiecker Fallstein-Gymnasiums am Sonnabend beim Tag der offenen Tür fast aus den Nähten. Im nächsten Schuljahr rechnet die Schule damit, drei fünfte Klassen einrichten zu können.

Osterwieck. Viertklässler und deren Eltern stehen in den nächsten Wochen vor der Wahl der weiteren Schullaufbahn. Eine Woche nach der Sekundarschule Dardesheim präsentierte sich am Sonnabend das Fallstein-Gymnasium in Osterwieck. 593 Mädchen und Jungen lernen hier gegenwärtig, der Einzugsbereich ist aber auch größer als bei der Sekundarschule. Allein aus Niedersachsen kommen jetzt schon 105 Schüler – die meisten aus den Klassenstufen fünf bis acht. Seit diesem Jahr sind auch Kinder aus Vienenburg darunter.

Die Qualität der Schule, die im Mai mit einer Festwoche ihr 20-jähriges Bestehen feiert, hat sich herumgesprochen. Auch ihr Wohlfühlfaktor, der 2009 zum bundesweiten Titel "Schule des Jahres" beitrug. Thea Abel, die stellvertretende Schuldirektorin, konnte den Besuchern also bei ihrer Präsentation in der Aula ein vielseitiges Bild von der Schule zeichnen.

Sie berichtete von den Erfolgen der Schüler bei Wettbewerben von Geschichte, dem Geschichten schreiben, Informatik bis zum Sport. Für talentierte Sportler bietet das Gymnasium von Jahrgang fünf bis acht sogar sportbetonte Klassen an.

Bekannt ist die Schule auch durch die Aufnahme behinderter Schüler. "Sie sind hier total normal integriert", sagte Thea Abel. Das Gymnasium als mitarbeitende Unesco-Projektschule riss sie ebenso an wie die Sprachreisen nach Frankreich und Großbritannien oder den gegenseitigen Schüleraustauch mit einer französischen Schule. Seit Langem ist das Fallstein-Gymnasium Ganztagsschule. Es gibt nach dem Unterricht auch eine Hausaufgabenbetreuung.

Hervor hob die stellvertretende Direktorin die Berufsorientierung. Die Schule hat mehrere Partnerschaften mit Betrieben und Hochschulen. Das sind aus der Wissenschaft die Hochschule Harz, wo ein Frühstudium ermöglicht wird, und die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld. Aus der Wirtschaft gehören die Salzgitter AG, die Gleitlager und Metallverarbeitung Osterwieck sowie der Elektromaschinenbau Ramme in Osterwieck zu den Partnern, die den Gymnasiasten nach dem Abitur teils auch ein duales Studium anbieten. Das Heimatmuseum Osterwieck ist Partner auf dem Gebiet der Kultur.

Thea Abel ließ ebenso die Schüler ihr Gymnasium vorstellen und lenkte dabei die Aufmerksamkeit der Besucher darauf, dass die Schüler auch vor großem Publikum keine Scheu zum freien Reden haben.

So stellten sich Sahra Göhr als Schulsprecherin und Julia Hopstock als deren Stellvertreterin vor. Vanessa Lehrmann und Nane Nagel berichteten in der Sport-Schulkleidung über die Erfolge – vor allem im Basketball.

Vincent Nürnberger stellte sich als neuer Geschäftsführer der Phodio-Schüleraktiengesellschaft vor. Sie arbeitet mit 13 Beschäftigten in fünf Geschäftsfeldern. "Wir lernen dadurch freies Reden, mit Menschen umzugehen und lernen vor allem etwas über Wirtschaft", sagte er. Außerdem gibt es noch eine Schülerfirma mit dem Namen Häppchen.

Vor einem Jahr saßen Mathilda König, Paul Beermann und Julie Kleinfeld noch in den Stuhlreihen mitten im Publikum, jetzt berichteten sie von ihrem ersten halben Jahr in der fünften Klasse. "Die Anforderungen sind höher als in der Grundschule." Und: "Es kann auch mal schlechte Noten geben."

Fast geschafft haben ihre Schulzeit Julia Proft und Lars Müller, die jetzt vor den Abiturprüfungen stehen. "Die Schule ist wie ein zweites Zuhause geworden", sagten sie übereinstimmend.

David Huros stellte die Schülerverbindung Hercynia vor, über die Ehemalige auch nach dem Abitur noch verbunden bleiben.

Gabriela Gierke sprach zu guter Letzt über den Schulchor, der danach mit dem Dschinghis-Khan-Klassiker "Moskau" die Besucher stimmungsvoll zum Rundgang durch das Gebäude verabschiedete.