Halberstadt. "Räumliche Erweiterung des Stadtumbaugebietes Bahnhofsvorstadt/Richard-Wagner-Straße", hinter dieser in trockenem Amtsdeutsch formulierten Beschlussvorlage für den Stadtrat Halberstadt, mit der sich am Donnerstagabend der Stadtentwicklungsausschuss beschäftigte, steckt eine Botschaft, auf die in Halberstadt schon lange gewartet wird: Nämlich der Abriss der hässlichen Ruine des ehemaligen Bahnhofshotels in der Bahnhofstraße.

Seit Jahrzehnten fester Bestandteil der vom ehemaligen Halberstädter Oberbürgermeister Dr. Harald Hausmann getauften "Ruinenmeile", führte bislang kein Weg zum Abriss des Gebäudes, auf das die Blicke vieler Passanten fallen. Eine Immobilie, die kein guter Werbeträger für die Kreisstadt ist. Eine zerstrittene Erbengemeinschaft blockierte bislang alles.

"Es gibt die Möglichkeit, Fördermittel für den Abriss zu bekommen."

Nun kommt aber Bewegung in die festgefahrene Situation, wie Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, während der Sitzung am Donnerstag informierte. "Es gibt die Möglichkeit, über den Stadtumbau Fördermittel für den Abriss des Bahnhofshotels zu bekommen", so Klaus. Die Stadt muss dafür nur die Grenzen des Stadtumbaugebietes neu abstecken, was mit dem vorliegenden Beschluss getan werden soll.

Das Bahnhofshotel sei mittlerweile zwangsversteigert worden. Den Käufer, der das Gebäude beziehungsweise den Grund und Boden erworben hat, könne man so unterstützen. "Auch wenn dort erstmal nur eine Grünfläche zu sehen sein wird, sieht das immer noch besser aus als jetzt", begrüßte Hans-Joachim Purfürst, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, das Vorhaben.

Die Ausschuss-Mitglieder sahen das genauso und plädierten einstimmig für die Erweiterung des Stadtumbaugebietes.

Ein erster Schritt, um an der Beseitigung der "Ruinenmeile" – ein Begriff, den Oberbürgermeister Andreas Henke überhaupt nicht gern hört – weiterzuarbeiten. Der Handlungsbedarf ist groß. Erinnert sei nur noch einmal an den traurigen Anblick, den das verwaiste Klubhaus bietet, die Brandruine am Ebereschenhof und die leerstehenden Wohnhäuser an der Harz- straße.