Halberstadt. Wer die Deftones und die Sportfreunde Stiller mag, war am letzten Januarwochenende in der Zora richtig aufgehoben. Zwar spielten die Bands nicht persönlich, aber die Musik der beiden Combos Zen Zebra und Katapult erinnerten mit ihren Eigenkompositionen an die gefeierten Vertreter des Alternative und Post-Core-Genres. Über zwei Stunden Livemusik schmetterte den leider sehr überschaubar erschienenen Besuchern um die Ohren, die allerdings voll auf ihre Kosten kamen.

Ein weiterer Liveact spielte am vergangenen Wochenende in der Zora auf. Lutz Drenkwitz ist ein Mann, der persönlich bereits vieles erlebt hat. Zurzeit ist er zum wiederholten Male clean, trocken und abstinent, nur Fleisch isst er manchmal noch. Von seinem bewegenden Leben erzählen seine Lieder, die mal im kratzigen Rock n‘ Roll daherkommen oder auch Boogie-lastig sind, wie er selber sagt.

Inhaltlich setzte sich der Berliner vorwiegend mit sich selbst auseinander. Ironisch, wenn es um die Leiden des Alterns geht, träumerisch und gefühlvoll wenn er vom Fernweh singt und leider substantiell etwas dünn, als er sich in einem seiner Songs einem brisanten politischen Thema, dem unter manchen Jugendlichen beliebten Anzünden von Autos annähern wollte.

Diesem Song widmete Lutz nur zwei knappe Strophen, die weder eine Message noch ein Statement enthielten. Wahrscheinlich lag die Inhaltsleere dieses Liedes daran, dass der Künstler selbst noch keine Autos angesteckt hat, und er über dieses politisch und sozial brandheiße Phänomen jugendlicher Kommunikation einfach nicht so viel zu sagen hatte. Bedauerlich, aber nicht so schlimm, denn die überwiegend jungen Gäste dieses Abends konnten von ihm mehr über das Leben lernen als in so mancher Schulstunde.