Badersleben. "Haben Sie Lust, einmal in der Woche in Gesellschaft zu essen?", fragten vor einiger Zeit Baderslebens Bürgermeister Olaf Beder und Angelika Neumann ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ort. Die Antwort auf diese Frage fiel ausgesprochen positiv aus: Rund 25 Personen sind es inzwischen, die sich einmal wöchentlich im hellen und freundlichen neuen Speiseraum des Internationalen Bunds treffen, um dort in geselliger Runde eine warme Mahlzeit einzunehmen.

Mit Michael Nippgen, dem Leiter der Wohneinrichtung für Behinderte im ehemaligen Kloster, und seiner Mitarbeiterin Angelika Exner fanden die Initiatoren des Treffs zwei Mitstreiter, die sie nicht lange überreden mussten und die ihre Räume bereitwillig zur Verfügung stellten.

"So bekamen wir die Chance, unsere Idee zu verwirklichen", berichtet Angelika Neumann. "Wir wollen auf diese Weise ein Stück soziale Verantwortung auf dem Dorf wahrnehmen", begründet die christlich engagierte Badersleberin die Aktion, "auch bei uns gibt es viele Alleinstehende, die wir auf diese Weise zusammenführen wollen – wenigstens einmal in der Woche bei einem warmen Mittagessen".

Natürlich sind dabei auch die Bewohner des Heims gern gesehene Gäste. "Manchmal gibt es ja Vorbehalte gegenüber behinderten Menschen", hat Angelika Neumann festgestellt. Diese "kleinen Sperren", wie sie es nennt, ließen sich aber bei einem gemeinsamen Essen ganz gut überwinden, diese Erfahrung hat sie bei den Treffen gemacht.

Inzwischen hat sich auch eine Gruppe unter der Leitung von Angelika Neumann und Angelika Exner zusammengefunden, die die gemeinsamen Mahlzeiten vorbereitet. Unterstützt wird sie dabei von Spendern und Sponsoren, die schon einmal Lebensmittel zur Verfügung stellen. "Von den Essensteilnehmern erbitten wir dann eine kleine Spende", erläutert Angelika Neumann, "jeder gibt, was er kann." Zur nächsten geselligen Essensrunde wird heute um 12 Uhr in die Räume des Internationalen Bunds am Schillerplatz eingeladen.