Halberstadt (phb). Das Städtische Museum der Kreisstadt lädt am Mittwoch, dem 16. Februar, um 19 Uhr zu einem Abendvortrag ein. Zum Thema "Der Halberstädter Abtshof im Spiegel archäologischer Ausgrabungen - Der vierte Anlauf zur Neugestaltung einer innerstädtischen Leerfläche" referiert Matthias Sopp.

Der Abtshof: Baubrache der 1980er Jahre, dann Mietimmobilienprojekt, dann zweimal geplantes Altenheimquartier und jetzt wieder Mietimmobilienprojekt – so die kurze Biografie der vergangenen 20 Jahre einer doch ansehnlichen, bisher unbebauten Fläche in Halberstadts Altstadt mit alten historischen Wurzeln.

Die aus wirtschaftlichen Gründen 1995 vorzeitig abgebrochenen Grabungen und ein anderes Bauschema der jetzt vorgesehenen Bebauung veranlassten im Sommer 2010 erneute archäologische Untersuchungen.

Zielstellungen der Ausgrabungen des vergangenen Jahres waren die Dokumentation archäologischer Denkmäler und deren Einbindung in die mittelalterliche und neuzeitliche Altstadtentwicklung.

Der auch als Unterstadt bezeichnete Bereich, in dem die Grabungen stattfanden, gehörte im Mittelalter zum bischöflichen Voigteigebiet. Seine Stadtteilwerdung verlief daher auch anders als in der Oberstadt. Wesentliche Gestaltungsfaktoren in der Unterstadt waren über 20 mittelalterliche Wirtschaftshöfe und natürliche Gegebenheiten wie zum Beispiel Wasserläufe und die stete Überschwemmungsgefahr. Im Verlauf von mehreren Jahrhunderten wuchs das Altstadtgebiet hier durch Siedlungstätigkeit um rund zwei Meter empor. In diesen angewachsenen Schichten fanden sich bei den Ausgrabungen beispielsweise Tonnengewölbe unterschiedlicher Zeit, verschiedene Mauer- und Pflasterhorizonte sowie wahrscheinlich ein größeres jüdisches Ritualbad. Die freigelegten Befunde und Funde scheinen auch Hinweise auf den alten Abtshof und dessen Aufsiedlung in mehreren archäologischen Horizonten zu geben.

Über all das wird Matthias Sopp nächste Woche berichten.