Die Telekom will bis zum Jahresende auch ihr Breitbandnetz in den Huy-Ortsteilen Dedeleben mit der Westerburg sowie Vogelsdorf ausbauen und damit die Voraussetzung für Breitband-Datenanbindungen mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde im Download herstellen. Land, Bund und EU sowie die Kommune unterstützen das Ausbauprojekt.

Gemeinde Huy/Dedeleben/Vogelsdorf. Entwarnung: Hartmut Lerche braucht beruflich wohl doch nicht umzusatteln und kann sich voll und ganz auf seine Tätigkeit als Chef des Hotels "Wasserschloss Westerburg" konzentrieren. Zumindest muss der Unternehmer nicht unter die Brieftaubenzüchter gehen, um seinen Hotelgästen in absehbarer Zeit Alternativen zur gegenwärtig noch höchst miserablen DSL-Anbindung seines Hauses zu bieten. Rettung naht - in absehbarer Zeit und auf technisch hohem Niveau: Die Deutsche Telekom wird bis zum Jahresende 2011 das Telefonnetz im nordwestlichen Zipfel der Gemeinde Huy soweit ausbauen, dass es auch als Breitband-Datennetz nutzbar ist.

Konkret profitieren werden von dem jüngst vertraglich abgeschlossenen Ausbauprogramm nicht nur die Gäste in dem von der Vermittlungsstelle in Badersleben räumlich am weitesten entfernten Wasserschloss Westerburg, sondern auch die dazwischen liegenden Huy-Ortsteile Vogelsdorf und Dedeleben mit rund 500 Haushalten, skizziert ein Telekomsprecher die Pläne. Die jeweilige Geschwindigkeit der Daten-Übertragung werde - je nach Entfernung zum Schaltgehäuse - bis zu 16 Megabit (DSL 16 000) pro Sekunde im Download erreichen.

Mit diesem Ausbau würden ein weiterer Schritt für die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde Huy gemacht und zudem ein wichtiger Standortfaktor deutlich verbessert, betont Telekom-Sprecher Georg von Wagner.

Die Internetgeschwindigkeit und die Übertragungsraten der im Netz versandten Daten hängen maßgeblich davon ab, wie nah der Nutzer an der installierten DSL-Technik wohnt. Denn die Telefonleitung aus Kupfer, über die der Datenstrom ab diesem örtlichen Vermittlungspunkt (Kabelverzweiger) geschickt wird, dämpft das DSL-Signal Meter um Meter. Ab einer Entfernung von rund fünf Kilometern spiele die Physik im Kupferkabel nicht mehr mit, so Telekom-Sprecher von Wagner.

Um die Haushalte in den beiden Huy-Ortsteilen mit DSL zu versorgen, werde die Telekom in diesem Jahr unterm Strich fast sieben Kilometer Glasfaserkabel neu verlegen sowie fünf Multifunktionsgehäuse, die die DSL-Technik beinhalten, neu aufbauen und verkabeln. Zur konkreten Höhe des Investitionsumfanges machte die Telekom keine Angaben. Land, Bund und EU sowie die Kommune beteiligen sich aber finanziell oder logistisch im Rahmen von Kooperationen am Netzausbau. Dafür sind nach Volksstimme-Informationen im konkreten Fall 200 000 Euro veranschlagt.