Mit einem ebenso klaren wie selbstbewussten Ziel gehen Silvia und Hartmut Lerche an den Start: Die Inhaber und Betreiber des Hotels "Wasserschloss Westerburg" wollen in der Harzregion Marktführer im so genannten "Spa-Bereich" werden. Gegenwärtig verwandeln sie die alte Burgscheune des Wasserschlosses mit rund zwei Millionen Euro Investitionsumfang in 13 neue Zimmer und einen großen Wellness-Bereich.

Gemeinde Huy/Dedeleben/Westerburg. Geht es um Ziele und Selbstbewusstsein, kann man mit Blick auf Hartmut Lerche getrost zu zwei schwergewichtigen Attributen greifen: klar und gesund. Der Hotelier, der mit seiner Frau Silvia im Dedeleber Ortsteil Westerburg das Wasserschloss betreibt, startet mit dem glasklaren Ziel, in punkto Wellness zum Marktführer in der Harzregion aufzusteigen. Ein Ziel, zu dem Hartmut Lerche steht und das er mit jenem, ihm persönlich so eigenen und gesunden Selbstbewusstsein verkündet.

Spa-Bereich - gemeint ist damit ein Schwimmbecken mit allem Komfort innerhalb des Hotelgebäudes einschließlich Nebenanlagen wie Sauna und Ruhezonen. Zwar verfüge das Hotel Wasserschloss bereits über einen solchen Spa-Bereich - dieser solle nun aber noch einmal erweitert und unter anderem mit einem zweiten Schwimmbecken versehen werden. Genügend "Ausbaureserve" sei in der mittelalterlichen Burganlage noch reichlich vorhanden, erklärt Lerche. In diesem ganz konkreten Fall in der früheren Burgscheune mit ihren meterdicken Mauern.

Dort wirbeln im Moment die Handwerker verschiedener Gewerke, um pünktlich zum Termin der Fertigstellung des Wohlfühl-Tempels auch 13 weitere Zimmer einzurichten, erklärt der Hotelier. Dazu wurde der Dachstuhl der Burgscheune, er stammt aus dem Jahr 1597, restauriert und mit Gauben versehen. "Hölzer, die noch brauchbar waren, haben wir wieder eingebaut", erklärt Lerche, "zum Teil bleiben sie nach der Fertigstellung in den Zimmern sichtbar."

"Für die Geothermie wird die Erde rund 1650 Meter tief angebohrt."

Das alles geschehe natürlich unter den strengen Augen der Denkmalpflege. Die Bauhistoriker hätten sich über einen besonderen "Leckerbissen" freuen dürfen, schmunzelt Lerche: Auf einem der Balken sei noch eine Rötelzeichnung sichtbar gewesen, mit der die Zimmerleute Ende des 16. Jahrhunderts ihre Dachstuhlkonstruktion skizziert hatten.

Eine historisch genaue Rekonstruktion sei bei solch einem Projekt oberste Pflicht, betont der Hotelier. "Genau 65 132 Dachziegel des Typs ¿Linkskremper\' haben wir extra neu bestellt", berichtet Lerche. Für diesen Ziegeltyp, der im Vorharz einst traditionell oft benutzt worden sei, gebe es heute nur noch einen Lieferanten. Folglich sei eine solche denkmalgerechte Sanierung entsprechend kostenintensiv, weiß Lerche aus eigener Erfahrung. Allerdings sei das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Programm "EFRE" (Europäischer Fonds zur Unterstützung der regionalen Entwicklung) der Europäischen Union unterstützt worden.

Besonderes Augenmerk habe man auch auf die energetische Sanierung des betagten Gemäuers gelegt, berichtet Lerche weiter. "Geothermie", so heißt das Zauberwort. Dabei werde die Erde angebohrt - "und zwar 1650 Meter tief", weiß Hartmut Lerche. Sogenannte Wärmepumpen halfen dabei, die Erdwärme für Heizzwecke nutzbar zu machen.

"Wir haben einen hohen Bedarf sowohl an Wärme als auch an Strom."

Zum Energiekonzept für den Hotelbetrieb gehören nach seinen Worten unter anderem auch eine hochwirksame Dämmung und die Rückgewinnung von Wärme aus dem Abwasser. Zudem denkt der Hotelier im Zuge der Erweiterung des Hotels auch darüber nach, ein zweites Blockheizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung einzubauen. "Für ein Hotel lohnt sich das ganz besonders", erläutert er, "denn wir haben einen gleichermaßen hohen Bedarf sowohl an Wärme als auch an elektrischem Strom".

Im Mai dieses Jahres sollen die umfangreichen Umbauten an der ringförmigen Burganlage abgeschlossen sein und die ersten Gäste die neu eingerichteten Zimmer beziehen. Bis dahin soll auch die Galerie über dem neuen Schwimmbecken fertiggestellt sein. Übrigens: "Den alten - bisherigen - Spa-Bereich modernisieren wir auch", ergänzt Lerche.