Staatssekretärin Beate Bröcker aus dem Sozialministerium des Landes besuchte am Mittwoch die Kindertagesstätte "Hollerbusch" in Hessen. Diese Einrichtung wird derzeit im zweiten Bauabschnitt saniert, hoch gefördert über das Sozialministerium.

Hessen. Die 74 Kinder, die Erzieherinnen und Eltern haben es nicht gerade leicht. Schon seit vergangenem Frühjahr laufen die Bauarbeiten in dem denkmalgeschützten früheren Domänenpächterhaus, das auf dem Schlossgelände steht. Sie müssen sich in ihrem Platz erheblich einschränken, die Arbeiten machen natürlich Lärm und Staub. Obwohl mittags zur Ruhezeit der Kinder die Bohrmaschinen aus bleiben.

Die Staatssekretärin war früher im Magdeburger Rathaus für Kindertagesstätten zuständig und sprach aus dieser Erfahrung von einer mutigen Entscheidung, das Gebäude bei laufendem Betrieb zu sanieren. Vor allem die Heizung mitten in der Heizperiode umzustellen. Doch die Hessener hatten keine Wahl. Die Einrichtungen im Umland hätten so viele Kinder nicht aufnehmen können. Und die Fördermittel für diesen zweiten Abschnitt mit der Heizungsumstellung von elektrischen Nachtspeicheröfen auf Erdgas flossen so, dass das Vorhaben nur im Winter umzusetzen war. "Sie haben ein kleines Wunder vollbracht", zollte Beate Bröcker den Hessenern um Osterwiecks Vizebürgermeister Klaus Bogoslaw, der die Baustelle von Anfang an betreut, und Kita-Leiterin Kerstin Hesse Respekt.

In einem ersten Bauabschnitt wurden im vergangenen Jahr zwei Rettungswege eingebaut und insgesamt der bautechnische Brandschutz auf den Stand der Zeit gebracht. Im zweiten Abschnitt geht es nun um die Heizung sowie den Umzug des Krippenbereichs vom Ober- ins Erdgeschoss. Was im Havariefall auch der Sicherheit dient. Außerdem wird der Krippenbereich von 17 auf 20 Plätze vergrößert. Zeitweise gibt es in Hessen Wartelisten für Krippenplätze, weil der Bedarf so groß ist.

Bauen in solch altem Haus birgt immer finanzielle Risiken. Hier wurde an mehreren Stellen Schwammbefall festgestellt. Bogoslaw bezifferte den notwendigen Mehraufwand auf 48 000 Euro. Er hätte sich gefreut, wenn die Staatssekretärin noch einen weiteren Zuschuss zugesagt hätte. Doch das konnte sie auf Anhieb nicht. Es sei denn, andere Kindertagesstätten, die ebenfalls über dieses Programm gefördert werden, geben Geld zurück. Was jetzt aber noch nicht absehbar ist, da anderswo auch noch gebaut wird.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Ronald Brachmann, der diesen Besuch der Staatssekretärin vermittelt hatte, lenkte die Blicke schon auf einen noch ausstehenden dritten Abschnitt, die Sanierung der oberen Etage - und deren Förderung. Er verwies auf SPD-Spitzenkandidat Bullerjahn, der bis 2015 alle Kitas und Schulen im Land komplett sanieren lassen wolle. Zumal in Hessen jetzt keine Heizungsanlage installiert werde, um danach leere Räume zu beheizen.

Der dritte Abschnitt würde nochmal 470 000 Euro kosten. Die ersten beiden umfassen schon 583 000 Euro, wovon etwa 60 Prozent gefördert werden.

Die Hessener Kita-Mannschaft möchte aber erstmal die Ruhe nach dem zweiten Abschnitt genießen und die Fertigstellung am 1. Juni feiern.