Mehr als 1000 Gäste feierten am Sonnabend ausgelassen die 3. Original Haus-der-Jugend-Party im Sportland des Freizeit- und Sportzentrums "Am Sommerbad" (FSZ). Für Stimmung und gute Musik bei diesem Fest der Begegnung und Erinnerung sorgten zwei Bands mit Gästen und mehrere DJs.

Halberstadt. Als die Gäste die Party, die nicht enden wollte, verließen, war der Sonntag schon nicht mehr ganz so jung. Dafür fühlten sie alle sich um so jünger, denn in den Stunden zuvor hatten sie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit gemacht, hatten sich nicht nur zu der Musik von damals ausgetobt, sondern auch viele Freunde getroffen, mit denen sie so manches Erlebnis im Haus der Jugend verbinden.

Begonnen hatte der Abend in der Party-Sporthalle mit dem Willkommen durch Stadionsprecher Bernd Waldow. Der wusste zu berichten, dass die Idee für diese Veranstaltung, die inzwischen Kultstatus hat, aus einer Bierlaune heraus auf dem Altstadtfest entstanden ist. Mario Walter, Bernd Lichtenfeld, Frank Duwe und Uwe Wytek wussten dafür schnell Musiker und DJs zu begeistern. Die ersten beiden Partys sorgten für volle Hallen, bei der dritten hätten doppelt so viele Karten verkauft werden können, so groß war die Nachfrage.

Nach einem Auftritt von Elevinnen der Tanzschule Toev übernahm die Halberstädter Band "Rock\' n\' Fun" die musikalische Eröffnung. Diesmal bekam das Trio Michael "Micky" Kauczor, Günter "Möhre" Möhring und Jörg "Jogi" Degner nicht nur wieder einmal Verstärkung durch ihren alten Mitstreiter Rüdiger "Rudi" Klapproth, sondern durch eine Reihe von Solisten. Mit ihnen spielten sie sich durch die 1960er und 1970er Jahre mit Hits von Tommy James, den Beatles, Troggs, Equals, Lords und Rolling Stones.

Da wäre zuerst Dave Cass zu nennen, der für das Wochenende extra aus England angereist war. Er überzeugte nicht nur durch exzellentes Gitarrenspiel, sondern auch durch einige Gesangparts wie zum Beispiel beim Animals-Hit "House of the rising sun". Da musste Micky einräumen, dass er an diesem Abend besonders aufpassen müsse beim Text, denn mit seinem Freund stünde immerhin einer hinter ihm, der des Englischen kundig ist.

"... mit dem Haus der Jugend verbinden viele eine schöne Zeit."

Mit Werner "Konny" Konczak holten sich die Rocker einen versierten Sänger ins Boot, der mehrfach zum Zuge kam, unter anderem mit einigen CCR-Titeln. Sängerin Steffi Rademacher widmete sich den Songs von Golden Earing. "Tito" brachte sich mit seiner Gitarre wieder in Erinnerung und Detlef Herbst setzte mit dem Saxofon bei mehreren Titeln das I-Tüpfelchen.

Die erste Runde der "Schallplattenunterhalter" übernahmen Bernd Lichtenfeld und Volker Cottini. Mit ihrer "Musikmaschine" sorgten sie dafür, dass sich die Tanzfläche, die sich beim ersten Song des Abends sofort gefüllt hatte, nicht leerte. Das sollte bis zum Schluss so bleiben. Im Wechsel mit den Livebands hielten weitere DJs (Lothar Brandt, Frank Bocklitz, Ronald Ruhe, Klaus Uilsekopf und Mario Walter) das Publikum mit Musikkonserven bei Laune. Zwischenzeitlich "gastierten" sie im Foyer, wo es um die Bar herum und auf der Tanzfläche ebenfalls eng wurde.

Als "Alt wie ein Baum" im Saal erklang, war das zwar ein Wunschtitel von Halberstadts Puhdys-Fan Nummer 1 Uwe Wytek, doch die meisten Tänzerinnen und Tänzer sangen sich damit auch einen Wunsch aus dem Herzen - älter und alt werden und immer gut drauf sein. So wie an diesem Abend. Diese Party wirkte wie ein Jungbrunnen. "Man fühlt sich in die gute alte Zeit zurückversetzt", bemerkt Jörg Schleese, "man ist zwar etwas älter geworden, doch die Musik von damals ist noch heute unsere Musik." Da durfte auch das Auf-die-Knie-Gehen bei Queens "We Will Rock You" nicht fehlen.

"Genau das ist es", freut sich Frank Duve, der diesmal nicht an den Reglern stand, sich dafür stärker in die Organisation einbrachte, "mit dem Haus der Jugend verbinden viele eine schöne Zeit. An die wilden Jahre erinnern sie sich gern zurück. Deshalb ist unsere Party auch der absolute Renner. Wir könnten heute schon die Karten für die nächste Auflage verkaufen."

"Hier trifft man Freunde", das weiß auch Uwe Jacobs, der seine Teilnahme wieder zum Pflichtbesuch gemacht hat und von weit angereist ist. Und so saß man an den Tischen, stand am Rande der Tanzfläche oder an der Theke, vertieft in Gespräche - oft mit jemandem, den man nach so vielen Jahren wiedergetroffen hat.

"Verdamp lang her", das sagten sich und sangen auch viele bei diesem BAP-Song, den die zweite Liveband des Abends "Vokuhila" spielte. Die Harzer Glam-Rocker widmeten sich nämlich neben Sweet, T-Rex und Slade auch Deep Purple und ELO sowie anderen Musikergrößen.

"Solch eine Party findet man weit und breit nicht. Was die paar Leute hier Großes auf die Beine stellen, ist einmalig", so Mario Walter. Das größte Lob gab es von dem einzigen Engländer im Saal. Dave Cass sprach von einer "fantastic party" mit so vielen fröhlichen Menschen. So etwas habe er in seiner 40jährigen Musikerkarriere noch nie erlebt. Dieser Auftritt habe ihm mehr Spaß bereitet als vor Jahren in der Wembley Arena. "Ich möchte gern wiederkommen", sagte er am Sonntag bei der Abreise. Viele andere auch.

Nächster Partytermin ist der erste Sonnabend im März 2012.

   

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