Das Verhältnis zwischen Arbeiterwohlfahrt und Stadt Osterwieck war hinsichtlich der Kita "Kinderhaus an der Ilse" zuletzt nicht das allerbeste. Auf Vermittlung des SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Ronald Brachmann kam es vorgestern nochmals zu einem klärenden Gespräch.

Osterwieck. Die Kindertagesstätte ist seit 1994 in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt, das Gebäude gehört aber nach wie vor der Stadt Osterwieck. Seit Jahren stellte die Stadt 50 000 Euro für die weiteren Sanierungsvorhaben in ihre Haushalte ein, verzichtete dafür auf andere Baumaßnahmen in der Stadt, doch zum Jahresende musste sie immer wieder aufs Neue feststellen, dass das Geld nicht abgerufen worden war. Die Beantragung von Fördermitteln spielte dabei eine Rolle.

Doch die alten Geschichten ruhen jetzt. Der Geschäftsführer der Awo Soziale Dienste gGmbH, Holger Thiele, Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ und Hauptamtsleiter Manfred Riecher vereinbarten im Beisein von Ronald Brachmann, nun gemeinsam in die Zukunft zu schauen. Dabei steht das erklärte Ziel, dieses Jahr eine weitere Teilsanierung anzugehen.

Problem allerdings war bis vorgestern, dass die Stadt aus Spargründen die "obligatorischen" 50 000 Euro nicht in den Haushaltsentwurf 2011 eingestellt hat - und auch keine Luft dafür hat, das nachzuholen. Im Gespräch wurde aber ein "dritter Weg" gefunden, wie die Stadt ihren finanziellen Beitrag leisten kann.

Holger Thiele berichtete, dass beim Land über ein Kita-Förderprogramm 50 000 Euro für das Kinderhaus an der Ilse reserviert seien.

Bei der geplanten Teilsanierung geht es unter anderem um die Neugestaltung der Freifläche hinter dem Haus, um neue Sanitäranlagen für den Krippenbereich, sichere Türen, einen barrierefreien Eingang und, wenn das Geld reicht, einige renovierte Gruppenräume.

Ronald Brachmann erinnerte an das Ziel von Finanzminister Jens Bullerjahn, bis 2015 alle Kindertagesstätten und Schulen im Land zu sanieren. Das sei nicht mehr nur ein Wahlversprechen. Die Vorbereitungen seien schon angelaufen, indem die freien und kommunalen Träger über den Landkreis gebeten wurden, den Finanzbedarf für ihre Maßnahmen zu ermitteln.