"Viva la Mamma!", die Opernparodie um die Bräuche und Missbräuche am Theater, die Mitte Februar am Nordharzer Städtebundtheater neu herausgebracht wurde, gehört zur Spezies der selten zu erlebenden Opernraritäten, die man sich unbedingt einmal anschauen sollte.

Quedlinburg (phb). Die nächste Gelegenheit besteht dazu am Sonnabend, dem 19. März, um 19.30 Uhr im Theater Quedlinburg. Gaetano Donizetti brachte das Stück bereits 1827 zu Papier. Und schon damals vermutete der berühmte Belcanto-Komponist - im Wissen um sein sicheres Gespür für Effekt und gut gesetzte Pointen - dass er mit dieser Komödie das Publikum in Scharen anlocken könne.

Tatsächlich überzeugt das Stück auch heute noch, denn es mutet verblüffend aktuell an: "Viva la Mamma!" klärt den Zuschauern - augenzwinkernd und mit einer gehörigen Prise Selbstironie seitens der agierenden Darsteller - über die seit jeher existierenden und über Jahrhunderte hartnäckig verteidigten wie liebevoll zelebrierten Rituale und Gepflogenheiten des Opernbetriebes auf.

Komisches Potential

Für die Produktion, die Regisseur Wolfgang Dosch und Ausstatterin Susanne Bachmann mit spürbarer Liebe für Situations-Komik in Szene setzten, schlüpfte der Bariton Klaus-Uwe Rein übrigens in die Titelrolle der raumgreifenden, hartnäckig ihre Ziele verfolgenden Mamma Agatha. Unterstützt wird er dabei unter anderem durch Bettina Pierags, Xiaotong Han, Juha Koskela, Gijs Nijkamp und Norbert Zilz als spielfreudige Solisten-Kollegen sowie durch den Herrenchor, der hier mit offensichtlichem Vergnügen sein komisches szenisches Potential unter Beweis stellt.

Kartenreservierungen nimmt die Theaterkasse in Quedlinburg unter Telefon (0 39 46) 96 22 22 entgegen.