Bereits im vergangenen Jahr fragte Ulrich Kasten nach, was aus dem Goldbachwanderweg geworden ist. Die landschaftlich reizvolle Verbindung zwischen Halberstadt und Langenstein war in den 1990er Jahren auf Initiative der BUND-Kreisgruppe reaktiviert worden.

Halberstadt. Wundervolle Ausblicke auf die Stadt und überraschende Landschaftsformationen boten sich jenen, die den Goldbachwanderweg zwischen Halberstadt und Langenstein beschritten. Zwar war der Weg manchmal mühsam, weil ein Bahndamm überquert werden musste, an dem lockere Holzbohlen Stufen bildeten. Dennoch, ein Gang auf dem damals von Mitarbeitern der AFQG angelegten Weg lohnte sich. Seit geraumer Zeit ist es damit vorbei.

Ulrich Kasten, linker Stadtrat und BUND-Mitglied, hat das Schicksal dieses Wanderweges seit längerem im Visier. "Auch weil er mit dazu gehört, wenn wir uns um die touristische Wegeanbindung der Kreisstadt an den Naturpark Harz kümmern wollen", sagt Kasten. Erst während der jüngsten Ratssitzung hatte er nachgefragt, was im vergangenen Jahr für die Reaktivierung des Goldbachwanderweges unternommen worden sei und wie die Eigentumsfragen entlang des Grundstückes geregelt seien.

"Derzeit ist der Weg nicht mehr existent."

"Derzeit ist der Goldbachwanderweg, obwohl unter anderem im Tourismusatlas Sachsen-Anhalt verzeichnet, nicht mehr existent. Von Halberstadt kommend, ist der Weg durch Landwirte überpflügt worden und auch im Bereich des Bahndamms im Gelände nicht mehr erkenn- oder begehbar", war zum Thema aus dem Regionalplanungsamt der Kreisverwaltung zu erfahren. Dass der Weg nicht mehr zu benutzen ist, sei bereits bei einem gemeinsamen Ortstermin im Jahr 2008 durch die Stadt Halberstadt und den Landkreis Harz festgestellt worden.

Aufgrund seines schlechten Zustandes müsste der Goldbachwanderweg grundlegend erneuert und dauerhaft unterhalten werden. Der Goldbachwanderweg befindet sich in kommunaler Trägerschaft, bis zur Gemeindegebietsreform 2010 gemeinsam bei der Verwaltungsgemeinschaft Harzvorland-Huy und der Stadt Halberstadt, seit der Gemeindegebietsreform allein bei der Stadt. Damit ist die Stadt für die Pflege dieses Weges zuständig. "Wir haben im vergangenen Jahr dort auch ein bisschen aufgeräumt", sagt Thomas Wald vom Stadt- und Landschaftspflegebetrieb, "aber den Weg gibt es ja in dieser Form nicht mehr. Vor allem auch, weil man den Bahndamm nicht unfallsicher überqueren kann", sagt Wald.

Weil die Stadt finanziell nicht in der Lage ist, den Weg wieder neu aufzubauen, empfahl der Landkreis der Stadt, "den Goldbachwanderweg komplett aus der Vermarktung zu nehmen. Alternativ kann auf den parallel zum Goldbachweg am Rand der Spiegelsberge verlaufenden Weg in Kombination mit dem Harzvorlandradweg/Aller-Harz-Radweg verwiesen werden. Diese Verbindung ist mit 4,6 Kilometern in etwa gleich lang wie der Goldbachwanderweg", heißt es dazu aus der Kreisverwaltung.

Auch Thomas Wald benennt diese Alternative - die Alte Blankenburger Heerstraße und dann den Feldweg am Fuße der Thekenberge entlang - sei zwar nicht so schön, biete aber eine Verbindung zwischen Langenstein und Halberstadt.