Die Betreiberin des privaten Puppenmuseums in Nienhagen hat beim Versuch, ein Hinweisschild auf der B 81 anbringen zu lassen, eine Schlappe erlitten. Der Landesbetrieb Bau lehnte das Ansinnen ab. Allerdings ist diese Behörde für eine solche Genehmigung auch gar nicht zuständig.

Schwanebeck/Nienhagen. Simone Schuldt hat bekanntermaßen einen langen Atem: Die Puppensammlerin aus dem Schwanebecker Ortsteil Nienhagen hat viele Jahre darum gekämpft, der Bahn AG das alte Bahnhofsgebäude der früheren Kleinbahn, das sich unmittelbar neben ihrem Haus befindet, abzukaufen. Dabei hat sie sich auch Hilfe suchend - und letztlich erfolgreich - an Landes-Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre gewandt (CDU). Später - nach dem Kauf der maroden Immobilie - wurde das Gebäude im Rahmen einer familiären Gemeinschaftsaktion unter der Federführung der ausgebildeten Betonfacharbeiterin saniert. Seit dem Sommer vergangenen Jahres lädt das Museum mit rund 600 Puppen zum Besuch.

Damit hat die 45-Jährige nun so ziemlich alle selbst gesteckten Ziele erreicht. Allein ein Problempunkt bereite ihr aktuell noch Sorgen: "Ich weiß, dass viele Leute, die auf der nahen B 81 unterwegs sind, gar nicht wissen, dass wir hier eine solche Sehenswürdigkeit haben", sagt die Hobby-Sammlerin und Museumsbetreiberin. Deshalb möchte sie, dass die gelben Wegweiser an der Bundesstraßen-Kreuzung in Höhe der Abzweige Kloster Gröningen und Nienhagen mit weißen Hinweisschildern bezüglich ihres Museums ergänzt werden.

Ein Wunsch, der bereits seit Monaten durch die behördlichen Instanzen geschleppt wird. Ohne konkretes Ergebnis, dafür aber mit einigermaßen großem Zuständigkeitswirrwarr. So liegt Nienhagen als Ortsteil der Stadt Schwanebeck zwar im Harzkreis - die schätzungsweise einen Kilometer entfernte Bundesstraßen-Kreuzung befindet sich allerdings schon im benachbarten Börde-Kreis. Deshalb sind nicht die Kreisverwaltung Harz und das hiesige Kreis-Straßenverkehrsamt für Simone Schuldts Wunsch zuständig, sondern die Kollegen im Börde-Kreis und damit verbunden auch nicht der Landesbetrieb Bau-West in Haberstadt, sondern dessen Niederlassung Mitte in Magdeburg.

Von dort hat Sammlerin Schuldt jetzt hinsichtlich jener Zusatzbeschilderung eine recht klare Abfuhr bekommen: Mit derartigen "amtlichen Hinweiszeichen" (Zeichen 432 der Straßenverkehrsordnung) soll auf innerörtliche Ziele verwiesen werden, heißt es im Antwortschreiben des Landesbetriebs Bau. Bei deren Auswahl müsse jedoch darauf geachtet werden, dass ausschließlich Ziele mit "erheblicher Bedeutung" benannt werden, mit denen "eine breite Bevölkerungsgruppe" angesprochen werde, lässt der Behördenmitarbeiter Simone Schuldt wissen und untermauert seine Worte mit konkreten Beispielen: Ein Bahnhof oder ein Flughafen seien vor dieser gesetzlichen Vorgabe zu bejahen, ein Museum wie das in Nienhagen hingegen nicht. Dies habe er auch bereits mit den Verantwortlichen der Kreisverwaltung Börde, sprich mit dem dortigen Straßenverkehrsamt, entsprechend abgestimmt.

Ist Simone Schuldt damit endgültig abgeblitzt? Uwe Langkammer weiß als Chef des Landesbetriebs Bau in Magdeburg um die "problematische Konstellation" dieses Falls: "Wir sind nur Baulastträger und führen die Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde aus." Deshalb, so Langkammer, sollte sich die Antragstellerin im Börde-Kreis an diese Behörde wenden. Gleichwohl sieht auch er die Sache ganz so, wie sie sein Mitarbeiter bereits formuliert hat: "Das ist eine mögliche Interpretation des Gesetzestextes, wie wir sie sehen. In letzter Konsequenz entscheiden das aber nicht wir."

Deshalb will Simone Schuldt nun erneut Briefe schreiben und sich Hilfe suchend an Politiker wenden. Schließlich sei ihr Museum ein touristischer Anziehungspunkt im Harz-Kreis und landesweit in dieser Form praktisch einmalig, meint sie, erinnert an den bestehenden Schilder-Hinweis für den Schäferhof in Langenstein und fordert eine Gleichbehandlung ein: "Der Schäferhof ist hinsichtlich der Bedeutung doch mit meinem Museum vergleichbar." Worte einer Kämpfernatur.