Über 20 Stadt- und Ortschaftsräte aus Osterwieck waren am Dienstag bei den Halberstadtwerken zu Gast. Der regionale Versorger hatte sie zu einem Informationsabend geladen. Er ist einer der Bewerber um die Strom- und Gaskonzession in Osterwieck.

Stadt Osterwieck/Halberstadt (mhe). "Wir lassen uns gerne ins Geschäft schauen", sagte Bodo Himpel, Geschäftsführer der Halberstadtwerke, zur Begrüßung. "Es war uns ein Anliegen, den Räten zu ermöglichen, sich vor Ort umzuschauen und sich von der Kompetenz, Erfahrung und dem Verantwortungsbewusstsein unserer Mitarbeiter zu überzeugen."

Die Osterwiecker erhielten Informationen über die Betriebsführung, Netzbau und -betrieb, Kundenservice, technische Dienstleistungen sowie den Vertrieb.

Eine sichere und effiziente Netzführung sei inzwischen nicht nur durch zahlreiche staatliche Regulierungen eine Herausforderung, sondern auch durch den Ausbau erneuerbarer Energien mit unregelmäßigen Einspeisemengen an Strom, erklärte Ralph Botschen, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens. "Im Netz müssen Strombedarf und -aufkommen immer im Gleichklang sein, sonst kann es zu Stromausfällen kommen", erläuterte er. "Das erfordert einerseits viel Know-how in der Betriebsführung wie im Stromhandel, andererseits große Investitionen in den Ausbau der Netze und die Installation intelligenter Netzsteuerungen."

Beim anschließenden Besuch der Leitwarte zeigten die Halberstadtwerker ihren Gästen den Bereich Netzführung. Das Unternehmen erreiche eine Versorgungssicherheit, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt liege.

Bei der Führung durch das Heizkraftwerk Ost, das auch der Fernwärmeversorgung dient, konnten sich die Gäste vom Umweltbewusstsein des Versorgers überzeugen. "Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind uns wichtig", betonte Bodo Himpel. "Wir setzen auf Energieeffizienz, Nah- und Fernwärme sowie erneuerbare Energien, die witterungsunabhängig sind wie Biogasanlagen."

Im Kundenzentrum erfuhren die Gäste, was es mit der staatlich verordneten strikten Trennung von Netz und Vertrieb auf sich hat. "Ein Netzbetreiber ist dafür verantwortlich, dass die Energie sicher und zuverlässig beim Kunden ankommt, die Infrastruktur steht sowie dafür, dass jeder Energieversorger die Chance hat, seinen Strom oder sein Gas durchzuleiten", erläuterte Himpel. Aber: "Wer das Netz hat, hat noch keinen Kunden. Dafür muss er um jeden einzelnen Kunden kämpfen."

"Wer das Netz hat, hat noch keinen Kunden. Er muss um jeden einzelnen Kunden kämpfen."

"Der liberalisierte Markt fordert auch Verbrauchern viel ab", ergänzte Botschen. "Sie müssen sich im Tarifdschungel vieler Anbieter genau umschauen und wissen, wie man Angebote richtig vergleicht, um den für sie richtigen Versorger zu finden. Vertrauen spielt eine große Rolle." Die Halberstadtwerke legen nach Einschätzung ihrer Chefs großen Wert auf faire Preise und eine fundierte persönliche Energieberatung. "Auch auf diesem Gebiet haben wir viel Erfahrung und Fachwissen - im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern, davon kann auch Osterwieck stark profitieren."

Die Geschäftsführer untermauerten zum Abschluss ihr Angebot mit einer schriftlichen Absichtserklärung an die Stadt Osterwieck vom 21. Februar. Inhalt ist die Bereitschaft des Unternehmens, nach der Vergabe der Strom- und Gaskonzession an die Halberstadtwerke die Gründung einer gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft mit der Stadt Osterwieck zu prüfen und im Sinne der beiden Gesellschafter umzusetzen.

"Die Stadt hätte dadurch genügend Zeit, alle Angebote genau zu prüfen sowie ihre eigenen Vorstellungen durchzu- spielen und zu präzisieren", erläuterte Bodo Himpel. "Wir möchten, dass Osterwieck die beste Option für sich entwickeln kann. Eine eventuell zu schnell getroffene Entscheidung macht niemanden richtig glücklich."