Die Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik ist in ihrer 128-jährigen Firmengeschichte durch bewegte Zeiten gegangen. Die neue Dauerausstellung "Konservierte Zeiten" auf dem Firmengelände lässt seit gestern diese Geschehnisse Revue passieren.

Halberstadt. Karlheinz Krone war unermüdlich. Der inzwischen pensionierte Pressesprecher der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik (Halko) hat seinem ehemaligen Chef, den Firmeninhaber Ulrich Nitsch, so lange auf den Füßen gestanden, bis dieser Krones Traum unterstützte: ein Museum, das die Geschichte der Halberstädter Würstchen erzählt. Bei der Eröffnung gestern Vormittag zeigte sich Nitsch unglaublich erfreut über die Hartnäckigkeit seines Freundes und ehemaligen Mitarbeiters: "Ich freue mich, dass ich Dir und uns damit einen Wunsch erfüllen konnte."

Die einzigartige Ausstellung nimmt ihre Besucher mittels Informationstafeln, interessanten Exponaten, der Präsentation zahlreicher Medaillen und Urkunden sowie eines interessanten Films mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise. In einem eigens für die Ausstellung umgebauten, großen Raum finden sich außerdem zahlreiche Anschauungsobjekte wie zum Beispiel eine alte Dosen-Presse oder ein Würstchen-Wärmer aus vergangenen Zeiten. Bei der Suche nach passenden Ausstellungsstücken erhielt die Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik auch Unterstützung durch einige Halberstädter, die mit historischen Dokumenten und Zeitungsausschnitten zu der Sammlung beitrugen.

Ulrich Nitsch bedankte sich in seiner Rede bei vielen ehemaligen Mitarbeitern, die "daran beteiligt sind, dass es uns heute noch gibt." Sein Dank galt auch dem Städtischen Museum, das ihm "einen tiefen Einblick in Unterlagen gewährt" hat. Dem Initiator der Ausstellung, Karlheinz Krone, blieb abschließend nur noch ein Bekenntnis zu seinem ehemaligen Arbeitgeber: "Ich habe mein Herz an die Halberstädter Würstchen gegeben und es wird auch weiter für sie schlagen."

Ein besonderes "Schmankerl" hatte sich der Familienbetrieb mit dem Sänger Henry Gebel gegönnt. Der Hallenser Musiker präsentierte anlässlich der Eröffnung "Die Moritat von einem, der auszog, um das Würstchen zu lehren". In wenigen Strophen besang er die Firmengeschichte, von der Gründung durch Ferdinand Heine im Jahr 1883, über die Zeit als volkseigener Betrieb bis hin zur Privatisierung durch Ulrich Nitsch im Jahr 1992.

Rund 20 000 Besucher nutzen jedes Jahr die Möglichkeit einer geführten Besichtigung durch die Wurstfabrik. Künftig können sich die Gäste im Anschluss daran auch die Dauerausstellung "Konservierte Zeiten" ansehen. Aber auch weitere regelmäßige Öffnungszeiten sind in Planung.

 

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