Von Ingmar Mehlhose

Halberstadt. Gestern um 9.55 Uhr waren sie endgültig und amtlich: die Ergebnisse der Landtagswahl vom 20. März für die Wahlkreise Halberstadt (14), Blankenburg (15), Wernigerode (16) und Quedlinburg (30).

Die Mitglieder des Kreiswahlausschusses votierten jeweils einstimmig für die von Annemarie Willecke vorgetragenen Resultate.

Zuvor hatte die Leiterin des Kreiswahlbüros auf einige Besonderheiten hingewiesen. Sie hätten allerdings sämtlichst keinerlei Auswirkungen auf den Ausgang des Urnengangs.

So seien in den Wahlkreisen 15 und 30 zwei Wahlscheine ungültig gewesen. Diese hätten aber keine Aufnahme in das Wählerverzeichnis gefunden.

Gesetz schreibt Personalausweis vor

In Reddeber sei einem Bürger die Abstimmung versagt worden, weil er in den Unterlagen nicht als Deutscher verzeichnet war. Annemarie Willecke: "Er hat sich erst um 17.35 Uhr gemeldet." Selbst am Sonntagvormittag wäre es demnach noch möglich gewesen, den bei der Datenübertragung entstandenen Fehler zu korrigieren. Der Betreffende sei im Übrigen bereits zu einem klärenden Gespräch in die Wernigeröder Stadtverwaltung gebeten worden.

Aus einem ganz anderen Grund habe in Veckenstedt ein Wahlschein nicht anerkannt werden können. Er sei für Oschersleben ausgestellt gewesen.

Zu der in der Volksstimme geäußerten Beschwerde eines Wählers, dass sein Reisepass nicht anerkannt worden sei, berief sich Annemarie Willecke auf das Wahlgesetz. Demnach sei neben der Benachrichtigung als Legitimation ausdrücklich der Personalausweis vorgeschrieben.

Schloss kaputt: Urne deshalb aufgeschnitten

Ein kurioses Problem habe ein Wahlvorstand in der Stadt Blankenburg bewältigen müssen. Die Büroleiterin: "Die Urne musste aufgeschnitten werden, weil das Schloss sich nicht mehr öffnen ließ."

Schließlich nahm Annemarie Willecke zur Beschwerde eines Ilsenburgers Stellung. Dieser hatte einen Fehler bei der Auszählung moniert. Dadurch sei ein Wahlschein komplett für ungültig erklärt worden. Tatsächlich aber erhalte der SPD-Kandidat Ronald Brachmann die für ihn abgegebene Einzelstimme. Im Gegensatz dazu bleibe das Zweitvotum unberücksichtigt, weil der Wähler sich dort für zwei Parteien entschieden hatte, obwohl nur ein Kreuzchen erlaubt gewesen sei.

Dankeschön an die 1200 freiwilligen Helfer

Michael Ermrich nutzte die Gelegenheit nochmals, sich bei den rund 1200 freiwilligen Helfern in den 185 Wahl- und 15 Briefwahlvorständen für ihr Engagement zu bedanken. Der Kreiswahlleiter zollte ihnen dafür "meine volle Anerkennung". Die Mitglieder des Ausschusses verabschiedete Ermrich mit den Worten: "Ich hoffe, dass wir uns 2013 wiedersehen."

Anmerkung der Redaktion: Insgesamt gab es sogar 209 Wahlkreise. Jene neun für die Stadt Falkenstein und ihre Ortsteile wurden in Aschersleben ausgezählt.

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