Zum 16. Mal bereits vergab das Gleimhaus einen Literaturpreis für Kinder und Jugendliche. Arbeiten von 60 Schülerinnen und 27 Schülern hatte die Jury in diesem Jahr zu bewerten. Keine leichte Aufgabe, wie sich bei der Preisvergabe am Sonnabend zeigte.

Halberstadt. Lebenslinien - ein weites Thema hatten die Mitarbeiter des Gleimhauses diesmal den Mädchen und Jungen im Landkreis Harz an die Hand gegeben. Schüler ab der 5. Klasse waren aufgefordert, sich literarisch mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Was sie in erstaunlicher Vielfalt und Qualität taten. Gleimhauschefin Dr. Ute Pott freute sich am Sonnabend nicht nur über ein bis in den letzten Winkel von Teilnehmern und Gästen bevölkertes Foyer, sondern auch dem ungebrochenen Interesse am geschriebenen Wort. Sie dankte den Schülern, die mitgemacht hatten, den Förderern und Sponsoren sowie den zehn Juroren, ohne die dieser Wettbewerb nicht stattfinden könnte.

Festredner Hanns H. F. Schmidt ließ in einer launigen Rede die Zuhörer Teil haben an einigen seiner eigenen Lebenslinien, die ihn auch mit Halberstadt verbinden. Er ermutigte die Jugendlichen, sich im geschriebenen Wort auszudrücken. Auch wenn er, selbst bekannter Schriftsteller, sagte: "Werden Sie keine Schriftsteller, aber schreiben Sie ruhig alles auf!" Denn Erlebtes über die Zeit zu bewahren, bereichert nicht nur die eigene Erinnerung, sondern ermöglicht es, der Familie und dem eigenen Umfeld interessante Geschichten zu erzählen.

Interessante Geschichten fanden auch alle, die sich trotz ihres an Jahren noch jungen Lebens mit dem Thema Lebenslinien auseinandersetzten. Ob in Gedichten, Kurzfilm-Drehbuch oder Prosa, ob märchenhaft oder realitätsgetreu, immer seien es spannende Texte gewesen, sagten die Jurymitglieder Uwe Kraus, Hannelore Beyer und Susanne Dannenberg, als sie die Preisträger jeder Kategorie nach vorne baten. Immer wieder betonten sie, wie schwer die Auswahl gefallen war. Das zeigte sich auch daran, dass in der Kategorie II, der Klassenstufe 7 bis 9, zweimal ein dritter Platz vergeben wurde.

Ute Pott ermutigte alle Teilnehmer, sich im nächsten Jahr wieder mit einer Arbeit zu bewerben. Die Chefin des Literaturmuseum freute sich, dass der Wettbewerb zunehmend auch Teilnehmer im ganzen Harzkreis findet. Annegret Loose, die gemeinsam mit Ines Wieczorek die Organisation des Wettbewerbs übernommen hatte, hofft, dass sich noch mehr Sekundarschüler einbringen, und auch Jungen, denn noch sind es vor allem Mädchen, die zum Stift greifen. "Es sind viele gute Arbeiten in diesem Jahr dabei gewesen, auch wenn die Preisträger diesmal alle Gymnasiasten sind."

Die Jury bekommt die Arbeiten anonym, erst nach Ermittlung der drei besten Arbeiten werden die Namen den Texten zugeordnet. Und wenn auch nicht alle einen Preis gewinnen können, für das Mitmachen gab es eine Urkunde und das schöne Gefühl, etwas Besonderes geleistet zu haben.

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