Die Initiative "Kulturland Osterwieck" hat sich inzwischen als Verein gegründet und einen Vorsitzenden gewählt. Im Rahmen einer Fachtagung stellte sie ihre Ziele und Projekte Tourismus-Experten und Kommunalpolitikern vor.

Osterwieck. Beeindruckt zeigten sich die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Tourismus-Fachleute aus dem Harzkreis und dem Land Sachsen-Anhalt kürzlich von den Ergebnissen, die die Initiative "Kulturland Osterwieck" bereits erzielt hat. Vom ersten Treffen der "Marketing-Gruppe" mit der Moderatorin und Tourismus-Expertin Bettina Quäschning aus Magdeburg bis zur Gründung des Vereins "Kulturland Osterwieck" sind kaum mehr als neun Monate vergangen - der Vergleich mit einer gesunden Schwangerschaft und einer glücklichen Geburt drängt sich auf.

"Am Anfang stand eine vorbehaltlose, manchmal schmerzliche Analyse der Situation auf dem Gebiet des Tourismus" berichtete der gerade gewählte erste Vorsitzende des Vereins, Andreas Röcklebe. Relativ wenige "Einzelkämpfer" versuchten ihr Bestes - mangelnde Unterstützung und Überlastung durch zu viele Aufgaben verhinderten wirklich große Erfolge. 5 000 Tagestouristen und nur wenige Besucher, die länger blieben, hätten der Beherbergungswirtschaft bisher nicht wirklich geholfen.

Verein gegründet, Vorsitzender gewählt

Und dabei gebe es doch es so viele Attraktionen, wie die Gründer der Initiative betonen: Fachwerk und Fallstein direkt vor der Tür, Museen, Schlösser, Burgen, der Windpark, die Bike-Schmiede in Zilly, Wind- und Wassermühlen, kulturelle Schätze in geringer Entfernung und den Harz in Sichtweite. Eine Besucherzahl über 100 000 für das gesamte Gebiet der neuen Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck schien der Initiative machbar und wurde als Ziel definiert.

Es folgten arbeitsintensive Monate mit klaren Zielvorgaben. Relativ schnell wurde "Kulturland Osterwieck" als Dachmarke gefunden und von Michael Räuscher grafisch umgesetzt. Das Logo zeigt die 14 Orte als Teile eines großen Banners, das überragt wird von der Silhouette des Brockens.

Viele neue Ideen sind in jüngerer Vergangenheit bereits in Projekte umgesetzt worden: Eine Touristen-Information in Kooperation mit einer Energie-Beratungsstelle hat eröffnet, eine Stadtführer-Ausbildung begonnen, ein neuer Internet-Auftritt ist in Auftrag gegeben worden, die Öffentlichkeitsarbeit wird verstärkt.

Viele Ideen bereits in die Tat umgesetzt

Neue Partner kommen ins Boot - das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg hat nicht nur ein Konzept zur Rettung des "Bunten Hofs", entwickelt. Die Sanierung des Osterwiecker Adelshofs soll nun auch bald "angepackt" werden. Mit jungen Menschen aus aller Welt sollen wertvolle, überwiegend noch nicht sanierte Fachwerkgebäude der Fallsteinstadt untersucht, vermessen und in einem Buch dokumentiert werden. Am Ende soll ein "Fachwerk-Lehrpfad" als weitere Attraktion Besucher zum Spaziergang einladen.

Bereits fertig geplant sind zwei Stadtrundgänge, die den Gästen die Vielfalt der wertvollen Häuser und Kirchen aus vielen Jahrhunderten zeigen und hierbei besonders die Bedeutung Osterwiecks als Stadt der Reformation hervorheben. Auf diese Besonderheit werde auch auf den neuen Schautafeln im frisch sanierten Durchgang vom Marktplatz zum Stephani-Kirchhof hingewiesen, wie Dr. Thomas Dahms vom Ostfalia-Verlag berichtete. Zahlreiche Veranstaltungen während der Luther-Dekade wie das Luther-Mahl am 22. Juni oder das Luther-Symposium am 5. September sollen der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck zusätzlichen Auftrieb bringen.

Osterwieck als Stadt der Reformation

Vom 18. bis 20. Mai 2012 wird das erste große Lutherfest unter Beteiligung der Städte Eisleben und Wittenberg stattfinden, fünf Jahre später eine 500-Jahrfeier der Reformation. Die große Bedeutung Osterwiecks als Stadt der Reformation wurde von Dr. Klaus Thiele in zahlreichen Publikationen dokumentiert. Der Wolfenbütteler Autor überreichte Landrat Dr. Michael Ermrich den neuesten Band der "Kulturgeschichten aus Sachsen-Anhalt" mit einem Osterwiecker Motiv als Titelbild und seinem Beitrag über Osterwieck und die Reformation.

Bei einem kurzen Stadtrundgang wurden einige wertvolle Fachwerkhäuser und die St. Stephani-Kirche besucht; anschließend wurde von Ellen Söllig die neue Stadt- und Tourismusinformation am Markt 10 vorgestellt. Die "Häppchen-AG" des Fallstein-Gymnasiums versorgte alle Gäste mit einer deftigen Suppe und mit Getränken.

Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ bedankte sich bei den Schülern und lobte die Mitstreiter der Initiative "Kulturland Osterwieck".

Ein großes Lob ging auch an die Kooperationspartner der Energieberatungs-Zentrale, die schon mehrfach mit Raum, Technik oder Personal ausgeholfen hatten. So haben sie kürzlich zwei Elektro-Fahrräder gesponsort, die bei der Stadt-Information ausgeliehen werden können. Übrigens heiß begehrt - die Tourismus-Expertin aus Magdeburg und ihre Kollegin Carola Schmidt aus Goslar, Geschäftsführerin des Harzer Tourismus-Verbands (HTV), waren beeindruckt und ließen es sich nicht nehmen, mit den flotten "e-bikes" ein paar Runden auf dem Marktplatz zu drehen. "Eine ganz tolle Sache, wie alles, was wir hier heute gesehen haben", meinten beide übereinstimmend und sagten weitere Unterstützung und Zusammenarbeit zu. Die können die Mitglieder des Kulturland Osterwieck Vereins (in Gründung) gut gebrauchen, denn es gibt noch sehr viel zu tun. Wer die Arbeit als Mitglied oder Sponsor unterstützen will, kann mit Andreas Röcklebe unter seiner Telefonnummer (01 73) 6 78 83 04 oder per E-Mail an kulturland@stadt-osterwieck.de Kontakt aufnehmen.

Bilder