Nach der Sanierung des Sargstedter Warteturms, die die Gemeinde Sargstedt im Sommer 2009 realisiert hat, gibt es erneut Mängel an dem betagten Bauwerk. Darauf haben die Mitglieder des "Fördervereins Sargstedter Warteturm" hingewiesen und die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung informiert. Zugleich haben die Vereinsmitglieder ein neues Projekt in Angriff genommen: Sie wollen Geld sammeln, um den Turm langfristig zu überdachen.

Halberstadt/Sargstedt. Es ist eine Vision, die durchaus Sinn macht und obendrein Charme hat: Der Sargstedter Warteturm - jener betagte Aussichtspunkt oberhalb der gleichnamigen Gemeinde - bekommt eine Dachhaube. Sinnvoll ist die Idee, die von Studenten und Fachleuten der TU Braunschweig modellhaft entworfen worden ist, weil so die Aussichtsplattform und die Brüstung des Turms sowie der Treppenaufgang den direkten Witterungseinflüssen entzogen würden. "Deshalb haben wir uns dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben", betont Klaus Dieter Axtmann.

Axtmann muss es wissen. Schließlich ist er Vorsitzender des im September 2009 gegründeten Fördervereins, dessen Mitglieder sich dem Erhalt und der Pflege des Turms und seiner Anlagen verschrieben haben. Jenes weitgehend lichtdurchlässige Dach wäre für Axtmann und seine Mitstreiter gewissermaßen der große Wurf. Deshalb soll aus der Vision so schnell wie möglich Wirklichkeit werden, haben die Vereinsmitglieder vor wenigen Tagen in ihrer Jahreshauptversammlung beschlossen. Wobei jene Vision nicht gänzlich neu ist, wie Architekt Gerd Srocke weiß: Vor vielen Jahren habe der Warteturm schon einmal ein Dach besessen, das allerdings längst verschlissen sei.

"Die Kosten für eine solche Überdachung liegen nach Berechnungen der Stadt allerdings bei rund 35 000 Euro", sagt Axtmann. Weil eine Förderung über das Leader-Programm möglich zu sein scheint, sind die Vereinsmitglieder optimistisch. Gleichwohl müssten in einem solchen Fall rund 13 000 Euro vom Verein aufgebracht werden, hat der umtriebige Vereinschef in Erfahrung gebracht. Deshalb setzen er und die Vereinsmitglieder nun auf Spenden, um diesen nötigen Eigenanteil aufzubringen. Da der Verein mittlerweile als gemeinnützig anerkannt sei, könnten Spender auch eine entsprechende Bescheinigung bekommen, wird betont.

Auf eine Lösung hoffen die Vereinsmitstreiter auch bei den Mängeln, die im zweiten Winter nach der Sanierung wieder aufgetreten sind: An mehreren Turmstellen sei die neue Verfugung aus dem Steinmauerwerk herausgebrochen, so Axtmann. Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung seien darüber bereits informiert. Schäden, die übrigens schon im vorigen Jahr Thema waren und die nun wohl zur erneuten Nacharbeit seitens der 2009 gebundenen Baufirma führen dürften.

www.foerderverein.sargstedter-warte.de

 

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