Keine Frage: Die Langensteiner wollen die Hiobsbotschaften rund um ihr geliebtes Sommerbad und dessen drohendes Ende keineswegs einfach so hinnehmen. Das ist gut so. Noch besser ist es, dass sie sich dabei trotz der verständlichen Empörung über die Art und Weise der Verkündung jener traurigen Tatsachen nicht allein auf Kritik zurückziehen, sondern konstruktive Vorschläge auf den Tisch packen, um die Sache an sich voranzubringen. Mit Vorschlägen, die - unterstellt, alle von Jürgen Meenken benannten Sponsoren sind real vorhanden und tatsächlich zur Hilfe bereit - höchst plausibel und durchdacht klingen.

Schon allein deshalb hat Meenkens Vorstoß Charme: Die Liste, mit der nun Stadt und Stadträte konfrontiert werden, kann wegen jener Plausibilität nicht einfach als unmöglich, weltfremd oder gar illusorisch vom Tisch gewischt werden. Im Gegenteil: Sie ist eine solide Basis für eine Diskussion, die schnell in Gang kommen muss. Möglichst schon morgen im Ausschuss, mit einem zusätzlich auf die Tagesordnung aufgenommenen Punkt. Denn die Zeit drängt, soll sich ab Mai/Juni etwas bewegen in Langenstein.

Im Einzelnen betrachtet machen Meenkens Überlegungen Sinn: Es sind Ideen, mit denen die finanzielle Last für die leere Stadtkasse merklich reduziert werden könnte. Obendrein würden die Einwohner Langensteins - und wohl nicht nur sie - mit einer Mitgliedschaft zum Bäderverein eine direkte Verbundenheit zu "ihrem" Freibad dokumentieren. Obendrein mit Gegenleistung, denn für 50 Euro Jahresbeitrag gäbe es Badespaß bis zum Saisonschluss.

Und noch ein ganz entscheidender Punkt erwächst aus den Langensteiner Vorschlägen: Sie bieten sowohl für die Halberstädter als auch für die Langensteiner die Chance, nach vielen Negativschlagzeilen und schwierigem Zusammenwachsen endlich einmal mit einem positiven Punkt zu glänzen. Gemeinsam und Hand in Hand vollbracht als Einwohner in einer großen Stadt. Das Sommerbad könnte insofern zum Prüfstein werden für wirklich substanzielle Zusammenarbeit der Halberstädter um der Sache willen.